WikiLeaks-App: Apple gibt Stellungnahme ab

Marie van Renswoude-Giersch
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Die inoffizielle WikiLeaks App des Entwicklers Igor Barinov sollte sämtliche Dokumente und Tweets des Informationsportals auch auf dem iPhone und dem iPad zugänglich machen. Nach nur drei Tagen wurde die App von Apple wieder aus dem App Store genommen. Dies geschah zunächst ohne Begründung, was nicht groß verwunderte, äußert sich Apple doch allgemein ungern zu Gerüchten und Vorgehensweisen aller Art. Zu der WikiLeaks-App hat sich der Konzern allerdings nun – wenn auch nur sehr knapp – geäußert.

Warum Apple die WikiLeaks App drei Tage nach ihrer Zulassung doch wieder aus dem App Store entfernte, dazu äußerte sich nun Trudy Muller, Pressesprecherin bei Apple. Sie behauptet, dass die App Apples Entwicklerrichtlinien in der Hinsicht angreift: Apps müssen lokale Gesetze einhalten und niemanden in Gefahr bringen.

Wie schon vermutet, wird die Entfernung der App also mit dem Verstoß bestimmter Richtlinien begründet. Allerdings wurde dafür bisher noch ein anderer Punkt in den Richtlinien herangezogen. So besagt Punkt 21 der Richtlinien, dass Apps, die die Möglichkeit zum Spenden bieten, kostenlos sein müssen. Zudem dürfen die Spenden an sich nicht direkt über die Anwendung, sondern nur über eine Website oder per SMS erfolgen. Da jeweils 1 US-Dollar pro verkaufter App an WikiLeaks oder entsprechende Organisationen gespendet werden sollte, würde dieser Punkt den Richtlinien widersprechen.

Allerdings bezieht sich Apple mit seiner Stellungname nun auf die Punkte 14 und 22 der Richtlinien. Punkt 14.1 verbietet jede App, die verleumderisch und beleidigend wirkt oder eine bestimmte Person oder Personengruppe in Gefahr bringen könnte. Punkt 22.1 besagt zudem, dass Apps die lokalen gesetzlichen Bestimmungen der Länder berücksichtigen müssen, in denen sie verfügbar sind.

Igor Barinov hat sich daraufhin in einem Kommentar auf Businessinsider geäußert und weist auf seine App SteamCalc* hin. Mit dieser App kann man heimlich Gespräche und Meetings aufnehmen. Heimlich deshalb, weil sich die App als Taschenrechner tarnt. Demnach müsste SteamCalc nach Meinung des Entwicklers ebenfalls Punkt 22.1 verletzen, weshalb er einen entsprechenden Zusatz in der App-Beschreibung ergänzt hat. Dieser warnt davor, dass das Aufnehmen von Unterhaltungen die Privatsphäre-Bestimmungen einiger Länder verletzen könnte. Tatsächlich ist die heimliche Tonaufnahme, wie sie mit der App möglich ist, in Deutschland verboten. Würde man die Richtlinien derartig streng sehen, würden wahrscheinlich nicht mehr viele Apps im App Store bleiben.

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