Testbericht: ASUS Eee PC X101 - Renaissance der Netbook-Idee für 170 Euro

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Sehr klein, leicht und mobil, unter Umständen mit Linux und möglichst auch für kleines Geld. So in etwa lautete ganz zu Anfang die Definition der Netbooks. Aus den 7 und 9 Zöllern wurden mit der Zeit 10- und 12-Zoll-Windows-Netbooks, natürlich auf entsprechend höherem Preisniveau. Geblieben ist dagegen der schon damals deutlich zu erkennende Trend zur Ultramobilität. Mit dem nur 920 Gramm leichten Eee PC X101 belebt ASUS den ursprünglichen Gedanken jetzt neu. Wir sagen euch, obs geklappt hat.

Testbericht: ASUS Eee PC X101 - Renaissance der Netbook-Idee für 170 Euro

Die technischen Daten des * sind aus der einleitend geschilderten Sichtweise eine Mischung aus dem alten klein-leicht-Linux- und dem aktuellen Windows-Konzept. Vor allem die Atom-Plattform von Intel hatte sich seinerzeit schnell als Standard heraus kristallisiert, so dass die meisten Konkurrenten, wie beispielsweise ARM sich eher auf den Tabletmarkt konzentrierten und den schwächelnden Netbookmarkt einfach Intel überließen. Hier aber erst mal die Einzelheiten:

Technische Daten ASUS Eee PC X101
Intel Atom N435 Prozessor (1,33 GHz), GMA3150 GPU
10 Zoll Display, matt, 1.024 x 600 Pixel
1 GByte RAM (bis zu 2 GByte), 8 GByte Mini-PCI SSD Festplatte
WLAN 802.11n, Webcam, Audio in/out, MicroSD-Kartenleser, Multitouch-Touchpad, 2x USB2.0
3 Zellen Lithium-Ionen-Akku (2.600 mAh)
Intel MeeGo Betriebssystem, OpenOffice
262 x 18 x 180 mm, 920 Gramm

Auch hier also wieder eine Atom-CPU und ein 10-Zoll-Display mit 1.024 x 600 Auflösung, allerdings zu einem sehr geringen Preis. Bei einem Neupreis von 170 Euro ist es nur logisch, dass die Ausstattung nicht sehr üppig ausfallen kann. Wie immer verzichtet der Netbooker auf ein CD-Laufwerk, beim X101 aber auch auf einen Videoausgang, auf einen Ethernet-Anschluss und auf Bluetooth. Zum Lesen von SD-Karten steht nur ein MicroSD-Gerät zur Verfügung und Windows gibt’s auch nur gegen Aufschlag (Modell X101H mit Festplatte und Windows 7 Starter für 229 Euro). Leider ist auch die verbaute SSD auf MiniPCI-Basis – eine Variante, die ich selbst eigentlich bevorzuge und in meinem eigenen Eee PC nutze – nur 8GB groß, wenngleich dieser die sehr geringe Bauhöhe von nur knapp 18mm zu einem Großteil zu verdanken sein dürfte. Deutlich schneller als eine normale HDD ist die SSD natürlich sowieso, unempfindlicher gegen Erschütterungen ebenfalls.

Der eigentliche Haken des Modells ist denn auch eher die zu klein geratene Batterie, die mit 2.600 Wh und 3 Zellen besonders schnell leer ist (2-3 Stunden). Das konterkariert natürlich den mobilen Einsatzzweck total, an ausgiebiges Surfen mit einem stromhungrigen UMTS-Stick ist nicht zu denken. Außerdem bildet der Akku einen dicken Wulst auf der Unterseite, weswegen – streng genommen – auch die Höhenangabe von 18mm eher gestrunzt scheinen.

Dennoch, der X101 hat was. Vor allem eine hohe Stabilität und ein geringes Gewicht. Sicher, alle wesentlichen Bauteile sind aus Plastik gefertigt, der Bildschirm ist aber erstaunlich verwindungssteif und auch die Tastatur gibt an keiner Stelle nach, was insgesamt einen ordentlichen, wertigen Eindruck hinterlässt. Auch das Touchpad ist für einen solchen 10 Zöller recht gross ausgefallen, wofür man aber auf eine eigene Funktionstastenreihe verzichtet. Die Mauswippe macht laut “klack klack” wenn man darauf drückt, aber die Druckpunkte der Tastatur hätten etwas deutlicher ausfallen können. Auch das matte Display fällt positiv auf, da es eben nicht spiegelt und trotzdem hell und klar ist. Von der Webcam und den Lautsprechern kann man ungefähr das erwarten, was man in dieser Größenordnung eben so erwarten kann. Nicht richtig schlecht, aber natürlich schwer höhenlastig sind die Speaker natürlich nicht als Partybeschallung geeignet, für Onlinevideos oder das Filmchen zwischendurch reichts aber.

MeeGo
Das MeeGo-Betriebssystem ist aus verschiedenen Gründen etwas problematisch, hält den Rechner aber günstig. Im Prinzip kann man auch dieses, von Intel kommende Linux, ganz gut nutzen, im Appstore habe ich allerdings weder einen Firefox-Browser noch einen eBay-Turbolister gefunden, den ich zufällig suchen musste. In den vorinstallierten “Social Apps” fehlt außerdem die Möglichkeit, einen ICQ-Account festzulegen, und dergleichen Kleinigkeiten mehr. Der ASUS AppStore, der eigentlich von Intel ist, bietet aber leider auch keine der ASUS-eigenen Tools und GUIs zum

Download an, so dass man – so denn Wert darauf gelegt wird – schon eine ordentliche Datensicherung machen muss, um diese im Zweifel nicht zu verlieren. Das OS an sich ist natürlich kostenlos und kann bei MeeGo.com heruntergeladen werden. Wer partout nicht damit klar kommt kann sich aber immer noch Windows installieren, aber auch mit dem mittlerweile ziemlich ausgereiften Ubuntu-Linux soll der Eee PC X101 ja ganz gut funktionieren.

Doch auch damit wird es dem Nutzer wohl kaum gelingen, ein YouTube-HD-Video ruckelfrei abzuspielen, bei 480p ist Schluss! Offenbar ist das System genau so schnell, wie es für die native Auflösung sein muss, aber auch kein Quentchen mehr. Sicher, man kann sich schon fragen, welchen Sinn es haben soll, auf einem 1.024 x 600 Display einen 1.280 x 720 großen Film zu schauen, aber so sind die Kunden: die machen das Unmögliche und meckern auch noch drüber, dass es nicht geht. Zum Einen sollte man von diesem Verhalten natürlich wissen, bevor man das System kauft. Zum Anderen kann man daran aber auch in etwa die Leistungsfähigkeit ablesen.

Fazit
Eine glasklare Kaufempfehlung gibt es für das Netbook mit OldSchool-Spirit leider nicht, auch wenn es ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis aufweist. Für den “Gold Award” sind aber einfach zu viele Kleinigkeiten zu bemängeln, in puncto Haptik und Usability war’s aber ziemlich knapp. Mir persönlich hat am meisten der Firefox gefehlt,

weil ich mit diesem und einem Synchro-Plugin in der Regel meine Bookmarks, etc. jederzeit und auf jedem Rechner auf dem aktuellen Stand habe, und das ging eben mit MeeGo nicht. Ähnliches gilt auch für Skype, von dem man eine Fedora-Version installieren müsste, was sicher nicht Jedermanns Sache ist. Hardwareseitig fehlt am ehesten ein UMTS-Modem und ein Monitorausgang, aber wer richtig was arbeiten will braucht natürlich sowieso ein richtiges (Ultra-)Notebook.

Das Testgerät wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Firma *.

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