Was passiert, wenn man Buffy mit Pokémon, Street Fighter und Carl Jung kreuzt?

von

Ok, diese Rechnung geht nicht ganz auf. Mein Versuch das Spiel, um das es hier geht, in eine kurze Überschrift zu pressen, ist damit offiziell gescheitert. Mein Fehler. Aber wenigstens stehe ich mit diesem Problem nicht alleine da. Selbst Zen United Director Geraint Evans, der mir dieses undefinierbare Etwas letzte Woche im GIGA-Studio vorstellte, ist diesbezüglich ein Versager. Er wollte sich mit der Bezeichnung »handlungsgetriebenes Kampfspiel« aus der Affäre ziehen. Ha, das ich nicht lache!

Was passiert, wenn man Buffy mit Pokémon, Street Fighter und Carl Jung kreuzt?

Vielleicht versucht ihr es einfach mal selbst: Erzählt wird von einer Gruppe japanischer Teenager, die in einer Fernseh-Parallelwelt mit ihren unterdrückten Persönlichkeitsfacetten zu kämpfen haben. Diese Persönlichkeitsmerkmale nennen sich „Personas“ und basieren auf den von Carl Gustav Jung entwickelten, psychologischen Archetypen. Die besagten Teenager haben dabei nicht nur die Möglichkeit, zwischen dem alternativen TV-Universum und der realen Welt hin und her zu reisen, sie sind darüber hinaus auch in der Lage, ihre Personas für Kämpfe zu beschwören. Soweit die Grundidee.

Das Spiel, um das es hier geht, hört auf den Namen „Persona 4 Arena“ – ein Beat´m up Spin-off zur renommierten JRPG-Reihe „Persona“ von Atlus. Für alle, die jetzt nicht wissen, was das genau bedeutet: Der PS2-Titel „Persona 4“ war eine Art rollengespielte Dating-Simulation mit einer wahrlich bizarren, aber guten Story, die mit authentischen Charakteren und einer fantastischen Präsentation zu überzeugen wusste. Nennen wir dieses Werk der Einfachheit halber ein Anime-Soap-Sozialdrama mit Dungeon Crawler-Elementen.

Mehr Story in Prügelspielen bitte!!!

Oder so. Egal. „Persona 4“ wurde von der Fachpresse jedenfalls kräftig abgefeiert und darf sich heute über sehr viele, sehr treue Fans freuen. Nun gaben die Macher den Arc System Works, unter anderem bekannt für die „BlazBlu“-Reihe, erstmals freie Bahn für ein vollwertiges Kampfspiel im Persona-Universum und dabei scheint etwas wirklich Einmaliges herauszukommen.

Ein »handlungsgetriebenes Kampfspiel« nämlich, dass diesen Namen tatsächlich auch verdient. Dass wir uns hier bei GIGA über mehr Story in Prügelspielen freuen, solltet man spätestens nach unserem „Mortal Kombat“-Test aus dem vergangenen Jahr bemerkt haben. Der Reboot des „brutalsten Spiels aller Zeiten“ hatte nämlich eine. Also eine Geschichte. Die war zwar total beknackt, aber immerhin. Bei der aktuellen Handlungsarmut im Genre nehmen wir alles was wir kriegen können.

Die narrativen Ambitionen von „Persona 4 Arena“ sind somit mehr als willkommen. Der Aufwand, der hier in Sachen Storytelling betrieben wird, ist enorm. Fast 40 Geschichtsstunden im Anime-Stil verspricht mir Geraint Evans im Interview. Geboten wird uns ein epischer Handlungsbogen, den wir aus den unterschiedlichen Perspektiven der zwölf spielbaren Charaktere erleben dürfen. Sie alle müssen sich in einem TV-Kampfsport-Turnier beweisen.

Wer nun Angst hat, die Kampfspiel-Experten von Arc System Works könnten die erzählerische Qualität der bisherigen Persona-Titel unterlaufen, dem sei gesagt: Die komplette Story und alle neuen Charaktere stammen von den Persona-Machern höchst persönlich.

Kein Geheimtipp mehr

Arc System Works durfte sich dafür auf das konzentrieren, was sie am besten können. Richtig gute Kampspiele bauen nämlich. Mit „BlazBlue: Calamity Trigger“ und „BlazBlue: Continuum Shift“ haben sich die Entwickler mittlerweile eine echten Namen gemacht. Dieser Name steht vor allem bei den Profis für hoch-komplexe Kampfsysteme, erstklassig ausbalancierte Kämpferriegen und eine selbstbewusst überbordende 2D-Optik. Mit „Persona 4 Arena“ will man nun den Status des Geheimtipps ablegen und richtig was losmachen.

Das könnte auch funktionieren, denn nach fünf Matches gegen Evans wollte ich vor allen eines: mehr davon! „Persona 4 Arena“ spielt sich ungemein zugänglich und hat doch mehr Komplexität unter der Haube als in diesen Artikel passt. Erste Erfolge erreicht man mit dem gezielten Einsatz seiner Personas. Ein Heidenspaß, denn die Psycho-Avatare sind allesamt sehr fantasievoll gestaltet und haben massig coole Effekte im Schlepptau. Dann warten da noch Bursts, Superattacken und die Spezialfähigkeiten der Figuren darauf, gemeistert zu werden. Letzte unterscheiden sich mitunter extrem. Manch einer vermag sich selbst zu heilen, ein anderer füllt seine Superangriffe auf Kosten der eigenen Gesundheit, wieder andere machen Schaden über Zeit. Wer dann noch nicht genug hat, darf sich mit zahlreichen Gegenangriffen, Instant Kill-Skills und einer Combo-Liste von hier bis nach Japan auseinandersetzen.

Will heißen?

Was passiert, wenn man Buffy mit Pokémon, Street Fighter und Carl Gustav Jung kreuzt, kann euch total egal sein. „Persona 4 Arena“ wird jedenfalls ein furioses Kampfspiel, das verdammt viel zu erzählen hat, ordentlich Tiefgang bietet und auch Noobs an die Hand nimmt. Das gefeierte J-RPG „Persona 4“ wird hier nicht einfach zweitverwertet, sondern in einem neuen Genre mit viel Liebe fortgesetzt. Im Auge behalten!

 

 

Folge uns auf Facebook, Twitter oder Youtube. So bist du immer auf dem neuesten Stand.

Weitere Themen: Persona 5, Zeno Clash 2 , Atlus

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA GAMES

Anzeige
GIGA Marktplatz