Autodesk SketchBook: Der Androide als Zeichenblock

Amir Tamannai

Autodesk ist allen Designern, Architekten und Digital Artists als Hersteller hochwertiger CAD-Software ein Begriff. Für die spontane Zeichnung zwischendurch erfreuen sich Besitzer von iOS-Geräten schon länger an einer mobilen SketchBook-Anwendung des Unternehmens. Nun können auch Android-User ihre Skizzen unterwegs statt auf einer Serviette direkt auf dem Display ihres Smartphones erstellen.

Autodesk SketchBook: Der Androide als Zeichenblock

Eins vorweg: SketchBook Mobile, das es sowohl als Bezahl- als auch als kostenfreie Express-Variante gibt, ist kein simpler Notizblock, sondern eine recht mächtige Zeichensoftware, die unter anderem mit zahlreichen digitalen Pinseln, Stiften und sogar Airbrush-Aufsätzen überzeugt. Theoretisch lassen sich mit der App kleine Kunstwerke erstellen — ausreichend Geduld, Talent und vor allem Feinmotorik vorausgesetzt. Und genau da liegt der Hund begraben, denn zumindest auf dem im Vergleich zu einer durchschnittlichen Fingerkuppe eher kleinen Bildschirm eines Smartphones, fällt es sehr schwer, grazile und akkurate Linien zu ziehen. Das ist aber weniger ein Nachteil der Anwendung, als vielmehr den Realitäten der verwendeten Hardware geschuldet. Auf einem Tablet oder unter Zuhilfenahme eines kapazitiven Stylus dürfte SketchBook Mobile für Zeichenkünstler aber durchaus nützlich sein.

Sketchbook: Der Hauptbildschirm

Am Anfang ist immer ein blütenweißes Blatt. Sonst nichts. Moment, fast nichts, denn mittig am unteren Bildschirmrand befindet sich ein kleiner Kreis. Durch Tippen auf diesen öffnet sich das ebenfalls kreisrunde Auswahlmenü von SketchBook Mobile. Hier findet man den gewünschten Stift oder Pinsel, kann durch horizontales bzw. vertikales Wischen über den kleinen Mittelkreis Durchmesser und Deckkraft festlegen, sowie Radiergummi und Flächenfüllung auswählen. Am oberen Bildschirmrand befinden sich die Steuerungselemente für die Symmetriefunktion, die Farb-und die Layer-Auswahl.

In den Ecken des virtuellen Blattes finden sich darüber hinaus noch Symbole für die obligatorische Undo- und Redo-Funktion sowie das vollständige Löschen der aktuellen Skizze und die Fit-to-Screen-Anpassung. Wer sich diese vier Symbole und ihre Position gemerkt hat — was spätestens nach der dritten Benutzung der Fall sein sollte — kann sie auch außerhalb des geöffneten Menüs durch Doppel-Tippen in die entsprechende Ecke aktivieren.

SketchBook in Aktion (YouTube-Direktlink)

SketchBook: Farbauswahl, Symmetriefunktion und Layer

Die Farbauswahl erfolgt bei SketchBook Mobile entweder über die bekannte Pipettenfunktion, die hier allerdings als Fadenkreuz daherkommt und durch Tippen und Halten aktiviert wird. Alternativ kann die Farbe auch frei über den Menüpunkt am oberen Bildschirmrand mittels eines Farbrades oder -rasters bestimmt wird.

Wer symmetrische Objekte kreieren möchte, spart sich die halbe Arbeit durch die Symmetriefunktion. Ist sie aktiviert, spiegelt die App automatisch alles, was in der einen Bildschirmhälfte gezeichnet wird auf die gegenüberliegende Seite.

Layer gehören zu jedem guten Zeichenprogramm dazu und fehlen auch bei SketchBook Mobile nicht. Im entsprechenden Menü können diese erstellt, gelöscht, angeordnet und ihre Deckkraft einzeln reguliert werden.

Pinch-to-Zoom, Offset-Cursor und integrierte SketchBook-Hilfe

Das virtuelle Zeichenblatt kann problemlos via Pinch-to-Zoom-Funktion vergrößert oder verkleinert werden (was vor allem die angesprochenen Probleme mit der Genauigkeit beim Zeichnen mit der Fingerkuppe zumindest teilweise egalisiert) und mittels Wischen mit zwei Fingern hin- und hergeschoben werden. Ebenfalls sehr praktisch ist die Offset-Funktion des Cursors, der so einige Millimeter zum Finger versetzt erscheint und freie Sicht auf die Skizze ermöglicht. Eingeschaltet wird diese über das per Hardware-Button einblendbare Einstellungsleiste am unteren Bildschirmrand. Unter dem Punkt “Hilfe” findet sich neben den Präferenzen auch die integrierte Bedienungsanleitung, die jede Funktion von SketchBook Mobile im Detail erklärt.

SketchBook: Das Fazit

SketchBook ist für Zwischendurch-Grafiker eine tolle App. Auch wenn auf kleinen Bildschirmen die Möglichkeiten für die ganz großen Kunstwerke hardwarebedingt wohl eher eingeschränkt sind — wir lassen uns diesbezüglich aber gerne eines Besseren belehren und freuen uns auf entsprechende Sketches von euch –, sehen schnelle Fingermalereien in der Anwendung recht gut aus. Diese lassen sich übrigens ganz einfach per Exportfunktion als jpeg-Datei auf dem Handy abspeichern, um sie von dort zu versenden oder am Computer weiter zu bearbeiten.

SketchBook Express ist als Premium-Variante für 0,76€ oder als kostenlose Express-Version im Android Market erhältlich. Die App läuft ab Android-Version 2.1.
Download Free-Version: Market | AppBrain | QR-Code
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