MINI Connected: iAuto und iPhone im Duett

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Smartphones sind praktisch. Autos sind im allerbesten Fall nicht unpraktisch. Doch was geschieht, wenn die Vorteile des Prinzips „There’s an app for that“ auf den fahrbaren Untersatz übertragen werden? Google-Suche übers Armaturenbrett, RSS-Feeds mit Sprachausgabe und Webradio in einer App: MINI Connected heißt das. Und wir haben es ausprobiert.

Die Integration von Mobiltelefonen in die Fahrzeugtechnik ist lange keine Besonderheit mehr und wahrer Luxus schon gar nicht. Bluetooth-Radios und -Navigationssysteme gibt es in der Restetonne eines jeden Elektronikfachhandels und immer mehr Produzenten bieten eine direkte iPod-Integration via USB.

Doch es gibt auch ein paar Lösungen, die etwas weiter gehen und die Verbindung zwischen Smartphone und Auto intensivieren. BMW, Hersteller des MINI seit 2001, bietet für seine Fahrzeuge eine eigene iOS-App fürs iPhone an, die mit gewissen Extras die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich ziehen will.

MINI Connected: Etwas mehr als übliche iPhone-Integrationen

Das Webradio ist darunter noch das gewöhnlichste. Die Steuerung über das große Display im Armaturenbrett macht jedoch auch dieses noch etwas besser. Ausgefallener wird es schon beim RSS-Reader, der zuvor in der App angelegte Feeds vorliest. Etwas holprig (vor allem bei plötzlich eingestreuten ausländischen Firmennamen), aber brauchbar, wenn man unterwegs auf dem Laufenden bleiben möchte.

Was jetzt kommt, mag aus sicherheitstechnischen Gründen Besorgnis erregen. Facebook und Twitter im Auto benutzen, während der Fahrt? Ja, so ist das tatsächlich vorgesehen. Zum Glück liest die MINI-Stimme einem sämtliche Meldungen, Updates und Tweets vor, so dass man den Blick nicht länger als nötig von der Straße wenden muss.

Was das Absetzen von Statusupdates und Kurznachrichten via Twitter angeht, ist das nur mit vorgefertigten Texten möglich. Diese definiert man vor der Fahrt innerhalb der App auf dem iPhone. Später können sie dann über den Bordcomputer angesteuert und per Knopfdruck auf den Joystick in der Mittelkonsole versendet werden.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen trägt die Funktion, so man sie denn nutzt, aber doch dazu bei, dass die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht zu 100 Prozent auf der Straße ruht. Also: Zum Twittern lieber rechts ran fahren. Oder man lernt die Menüfolge auswendig, damit es auch ohne Hingucken funktioniert.

Spaßig, aber auch praktisch

Im Übrigen gibt es aber auch noch tatsächlich alltagstaugliche und nützliche Dinge, die man mit MINI Connected anstellen kann. Da wäre zum einen die Google-Suche direkt aus dem Fahrzeug heraus. Über die mobile Internetverbindung des iPhone wird über Google nach den gewünschten Orten oder Geschäften in der Umgebung gesucht. Die Navigation dorthin mit Bordmitteln startet ganz einfach per Knopfdruck.

Mit ein wenig Vorarbeit kann man sich sogar am Computer feste Ziele bei Google Maps heraussuchen und diese dann an das mit dem Fahrzeug verbundene Connected-Konto verschicken. So stehen sie bei der nächsten Fahrt aus der App heraus als Navigationsziel zur Verfügung. Klingt komisch, ist aber so. Details dazu findet Ihr im Video.

Manchmal darf es auch sinnfrei sein

Für alle, die eine iPhone-Integration nicht nur aus reiner Wirtschaftlichkeit oder Praktikabilität kaufen, gibt es außerdem das eine oder andere „Spaß-Feature“. Dazu gehört vor allem „Driving Excitement“ — der Name gibt die Richtung vor.

Wer will, kann sich während der Fahrt diverse Zusatzinformationen, wie etwa Motortemperatur, Drehzahl und aktuelle Motorleistung auf dem Bord-Display anzeigen lassen. Darüber stellt ein G-Meter die Kräfte dar, die auf das Fahrzeug wirken.

Dynamic Music: Der Drehzahl-Beat

Wenn wir schon bei „enthusiastischem“ Fahrstil sind: Kurz ein Wort zu „Dynamic Music“. Eine Reihe von Playlists mit Musik aus unterschiedlichen Genres steht in der App zum kostenlosen Download bereit. Jede dieser Playlists passt sich automatisch der Geschwindigkeit an. So sorgt sie für ruhige Klänge im zäh fließenden Verkehr und schnelle Beats wenn die Straße frei(gegeben) ist.

Kommentierte Fahrweise oder Anti-Bleifuß-Anregungen

Eine ganz besondere Funktion ist Mission Control, das sprechende Auto. Mit mehreren verschiedenen Stimmen werden unterschiedliche Teile des Fahrzeugs personifiziert und unterhalten sich untereinander und mit dem Fahrer. Ein bisweilen bizarres Schauspiel. Wer die Unterhaltungen satt hat, kann sie aber einfach abstellen. Spätestens beim dritten „Beeeee MINI!“ der schrillen britischen Autodame sucht man nämlich fieberhaft nach Oropax.

Wer lieber einen gemächlichen und vor allem ökonomischen Gasfuß pflegt, dem könnte der „Minimalism Analyzer“ gefallen. Hier werden Punkte für vorausschauende und energieschonende Fahrweise vergeben. Ganz wie im Game Center gibt es sogar Ranglisten mit den besten sparsamsten Fahrern.

Die iPhone-App: Schaltzentrale MINI Connected

Was die Kommunikation zwischen Fahrzeugelektronik und Smartphone erst ermöglicht, ist die App MINI Connected. Es gibt sie kostenlos im App Store und sie ist der Ausgangspunkt der meisten Aktivitäten des Systems. Hier werden Profile ausgewählt, die verschiedene Funktionen freischalten, aber auch Facebook- und Twitter-Nachrichten definiert, fürs spätere Versenden aus dem MINI heraus.

Fazit

Die iPhone-Integration von MINI ist nicht mehr ganz neu, aber laut Hersteller arbeiten die Entwickler ständig an neuen Funktionen. Bisher bieten sie so eine Mischung, in der wirklich praktische und sinnvolle Anwendungen nicht unbedingt in Überzahl sind. Gleichzeitig schlägt die Lösung je nach Ausstattungsvariante mit bis zu 2.700 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für ein Dock-Kabel (ca. 50 Euro), das jedoch etwas zu kurz ist. Außerdem weiß man nicht so recht, wohin mit dem Smartphone, da es an einer geeigneten Ablagefläche fehlt.

Statt dessen ist die Dock-Lösung in der Armlehne zu empfehlen, die jedoch zusätzliche 182 Euro kostet.

Vorteile:
+ Google-Suche mit Navigation
+ Google Send-to-car

Nachteile:
- Recht hoher Preis
- Kabelverbindung etwas unpraktisch

Wir danken GoPro für die freundliche Unterstützung!

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