Neue Studie - Nur vier Prozent aller PC-Spiele erzeugen Gewinn

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(Pille) Immer wieder hört man in letzter Zeit von dem Aufschwung, den die Gamingindustrie momentan erlebt. Durch die Erschließung neuer Zielgruppen und das Loslösen vom Image des Hobbys, dem vereinsamte Sonderlinge in schlaflosen Nächten Stunde um Stunde fröhnen, gelang es der Spieleindustrie in den letzten Jahren zu einem riesigen Markt im Unterhaltungssegment zu werden. Umso überraschender sind nun die Ergebnisse einer Studie, der zufolge nur ein sehr kleiner Teil aller Games auch einen finanziellen Gewinn für den Publisher ergibt.

Neue Studie  - Nur vier Prozent aller PC-Spiele erzeugen Gewinn

Kürzlich veröffentlicht das US-amerikanische Forschungsunternehmen Electronic Entertainment Design and Research (EEDAR), das unter anderem mit namenhaften Publishern wie Electronic Arts, Take Two, Monolith und Capcom zusammenarbeitet, das Ergebnis einer Studie, aus der hervorging, dass lediglich vier Prozent aller Computerspiele Profit generieren würden.

In der Studie wurden insgesamt mehr als 6000 Titel untersucht. EEDAR-Mitbegründer Geoffrey Zatkin, der selbst elf Jahre lang Spiele entwickelte, gab das Ergebnis der Studie selbst bekannt. Im Zuge der Studienveröffentlichung erklärte Zatkin, dass 60% des Budgets für ein Spiel ausschließlich für Überarbeitung und Redesign eines Titels verwendet werden würden.

Das Forschungsunternehmen EEDAR bietet Publishern unter anderem die Möglichkeit, die Marktchancen ihrer geplanten Projekte berechnen zu lassen. Zu diesem Zweck analysiert EEDAR das vorgestellte Spieleprojekt und liefert auf Basis dieser Analyse Prognosen über die zu erwartenden Verkaufszahlen und den möglichen Gewinn der zukünftigen Games ab. In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Forbes erzählte Zatkin unter anderem, dass sich ein Spiel für die Xbox 360 im Durchschnitt zwischen 75,000 und 250,000 Mal verkaufe.

Die besten Chancen hätte ein Spiel auf dieser Plattform, wenn es das Action-Genre mit reiferen Inhalten kombiniere. Mit dieser Kombination könnten Spiele einen durchschnittlichen Absatz von 500,000 Kopien erreichen.

Neben der Empfehlung, für welches Genre die einzelnen Publisher ihre Titel entwickeln um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen, geben die Jungs von EEDAR auch Tipps, ob sich ein Mulitplayerpart für die von ihnen begutachteten Projekte lohnen würde, oder in wie fern downloadbarer Zusatzcontent einen größeren Gesamtgewinn begünstigen würde.

Auch das Releasedatum eines Games wäre ein gewichtiges Kriterium bei den Erfolgsaussichten eines neuen Titels. So seien Veröffentlichungsdaten, die kurze Zeit vor “Geschenkfeiertagen” lägen eine gute Möglichkeit, die Absätze zu steigern. Allerdings müsse auch bedacht werden, dass zu diesen Zeiten die Konkurrenz grundsätzlich höher sei.

Die Frage, die sich bei der Veröffentlichung der anfangs genannten Zahlen allerdings stellt ist: “Wer entwickelt ein Produkt mit nur vier Prozent Gewinnchancen?”

Eine mögliche Erklärung für die genannten Zahlen wäre es davon auszugehen, dass als Verlustgeschäft bereits Spiele gelten, die nicht ihren vorkalkulierten Gewinn erzielen. Sprich: Wenn Gewinneinnahmen von zehn Millionen Dollar für ein Videospiel eingeplant werden, so zählt alles darunter für den Publisher als Verlustgeschäft.

Ob dies wirklich die Erklärung für die Ergebnisse aus Zatkins aufsehenerregender Studie ist, oder ob der Markt, in dem sich die Spieleentwickler dieser Welt bewegen tatsächlich von so geringen Erfolgsaussichten geprägt ist, mit diesem Thema beschäftigen wir uns heute Abend in GIGA The Show.

Weitere Themen: Deep Down, Dead Rising 4, Resident Evil 7, Phoenix Wright: Ace Attorney - Spirit of Justice, Street Fighter 5, Monster Hunter Generations, Monster Hunter 4, Capcom

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