Jack Tramiel: Commodore-Gründer im Alter von 83 Jahren verstorben

Florian Matthey
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Am vergangenen Sonntag ist ein Computerpionier verstorben: Jack Tramiel, der Gründer des vor allem in den 1980er und frühen 1990er Jahren erfolgreichen PC-Herstellers Commodore. Ohne Tramiel hätte es nie die legendären Heim-Computer C64 und Amiga, aber auch nicht den Atari ST gegeben. Deren Einfluss wirkt auch heute noch fort.

Jack Tramiel: Commodore-Gründer im Alter von 83 Jahren verstorben

Jack Tramiel hieß gebürtig Idek Tramielski. Der polnische Jude überlebte im Nationalsozialismus eine Unterbringung in zwei Konzentrationslagern, darunter auch das KZ Auschwitz. Ende 1947 emigrierte er in die USA und machte dort in der Armee als Reparateur erste Erfahrungen im Umgang mit technischen Geräten – damals in erster Linie noch Schreibmaschinen.

Das von ihm 1953 gegründete Unternehmen Commodore Portable Typewriter beschäftigte sich ebenfalls mit der Reparatur dieser Geräte, bis Tramiel ein zweites Unternehmen, Commodore Business Machines International gründete, das ab den 1960er Jahren günstige Taschenrechner herstellte. Ende der 1970er Jahre erschien der erste Heim-Computer PET 2001, der sich unter anderem gegen den Apple II behaupten musste. Es folgten der Commodore VC 20 und vor allem der C64, dessen zahlreiche Spiele-Klassiker auch heute noch viele Fans begeistern – beispielsweise in Form des *.

Tramiel musste Commodore im Jahr 1984 verlassen und kaufte das nach dem “Videospiele-Crash” der frühen 1980er Jahre schwer angeschlagene Unternehmen Atari – bei dem einst auch Steve Jobs gearbeitet hatte. Dort widmete sich Tramiel weiterhin der Herstellung von Heim-Computern wie dem Atari ST, dessen Konkurrent neben IBM-PCs und Apples Macintosh wiederum der Commodore Amiga war – ein Projekt früherer Atari-Mitarbeiter, das Commodore übernommen hatte.

Auch wenn sich der Atari ST ebenso wie der Amiga gegen ihre Konkurrenten nie wirklich durchsetzen konnten und für viele eher als Spielecomputer galten, waren sie doch – wie auch Apples Mac – zwei Pioniere unter den Rechnern mit grafischer Benutzeroberfläche. Vor allem das AmigaOS war rückblickend wegweisend, da es das erste kommerziell erhältliche Betriebssystem war, das präemptives Multitasking unterstützte.

1996 verkaufte Tramiel Atari an den Festplattenhersteller JT Storage, der Atari zum Börsengang nutzte und sich in JTS Corporation umbenannte. Tramiel saß in Folge dessen im Aufsichtsrat des neuen Unternehmens, das schon drei Jahre später insolvent war.

Seitdem lebte Tramiel zurückgezogen in Kalifornien. Am Ostersonntag ist er im Alter von 83 Jahren verstorben.

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