„Can it run Crysis?“ – wer in den letzten Jahren nicht hinterm Mond gelebt und sich zumindest ab und an auf Gaming-Webseiten herumgetrieben hat, wird schon Bekanntschaft mit diesem Meme in Kommentar-Form gemacht haben. Für Android lässt sich die Frage jetzt mit einem Obama'schen „Yes, it can“ beantworten. Zumindest theoretisch. Denn die CryEngine, die die grafische Basis für die Crysis-Serie darstellt, unterstützt ab Version 3.8.1 endlich auch Android und Linux. 

CryEngine: Crysis-Grafikgerüst unterstützt jetzt Android und Linux

Die Android-Unterstützung wird dank eines neuen Renderers in der CryEngine 3.8.1 ermöglicht, der die offene Grafikbibliothek OpenGL unterstützt. Damit tritt der derzeit krisengeschüttelte Frankfurter Spieleentwickler Crytek in direkte Konkurrenz mit den Spiele-Engine-Platzhirschen Unity und Unreal, die das Mobile Gaming bisher beherrschen. Vor allem die vielseitige Unity Engine ist bei Spielen für Smartphones- und Tablets omnipräsent und treibt Top-Seller wie das wunderschöne Puzzlespiel Monument Valley, den Shooter Dead Trigger 2 oder die atmosphärischen Knobelspiele The Room und seinen Nachfolger The Room 2 an.

Bislang fehlten mit Android und Linux noch zwei wichtige Plattformen auf der Liste der von der CryEngine unterstützten Betriebssysteme – ein klarer Wettbewerbsnachteil, der aktuell endlich ausgeglichen wurde. Allerdings ist Crytek „spät am Tisch“. Ob die CryEngine tatsächlich im Mobile Gaming Fuß fassen wird und Entwickler auf das Grafikgerüst umsteigen, muss sich noch zeigen. Aufgrund des verstärkten Wettbewerbs dürften Unity und Unreal aber nachlegen und ihre Engines weiter verbessern.

Den Smartphone- und Tablet-Zocker darf es freuen, denn er kann in Zukunft wohl in den Genuss von grafisch noch opulenteren 3D-Games kommen. Dank der rasant steigenden Performance von mobilen Prozessoren besitzen Mobilgeräte auch mittlerweile die notwendige Hardware-Power, um immer ausgefeiltere Spiele zu befeuern. Ob es in nächster Zeit allerdings nun zu einem „echten“ Crysis-Ableger für Android kommen wird, ist fraglich, denn auch wenn der erste Teil der Serie bereits über 7 Jahre alt ist, lastet er selbst aktuelle Mittelklasse-PCs noch aus. Andererseits ist die CryEngine für ihren besonders effektiven Gebrauch von zur Verfügung stehenden Systemressourcen bekannt und irgendeinen Zweck muss die stetig weiter wachsende Hardware-Power von Mobilgeräten ja haben. Aus Sicht von Crytek würde ein Flaggschiff-Spiel für Android sicher Sinn ergeben – allein schon um potentiellen Lizenznehmern die Leistungsfähigkeit der Engine zu demonstrieren.

Neben der Android-Unterstützung liefert die CryEngine in Version 3.8.1 auch den Support für die VR-Brille Oculus Rift sowie neue grafische Features und Optimierungen, die für eine noch realistischere Spielumgebung sorgen sollen.

Quelle: Crytek, via: PC Games Hardware

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