Angriff auf Amazon Echo: Jetzt hat auch die Telekom einen smarten Lautsprecher

Holger Eilhard

Anscheinend will auch die Deutsche Telekom ein Stück vom Kuchen der smarten Lautsprecher etwas abbekommen. Mit dem Magenta-Assistenten will das Unternehmen Amazon Echo, Google Home und auch dem HomePod von Apple Konkurrenz machen.

Angriff auf Amazon Echo: Jetzt hat auch die Telekom einen smarten Lautsprecher
Bildquelle: Telekom

Seit Jahren will man das Projekt hinter verschlossenen Türen geplant und entwickelt haben. Nun ist es aber an der Zeit, um es der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie Michael Hagspihl, Leiter des Privatkundengeschäfts der Telekom, gegenüber der Welt sagte, soll es sich bei dem Magenta-Assistenten um ein „erstes Angebot nach deutschen Datenschutzgesetzen“ handeln. Der smarte Lautsprecher, der per „Hallo Magenta“ aktiviert werden kann, soll es mit der Konkurrenz von Apple, Amazon und Google aufnehmen; ein Nischendasein sei nicht das Ziel.

Ob dies dem Sprachassistenten der Telekom gelingen wird, bleibt bis zum Start im kommenden Jahr offen. Anfang 2018 will man einen Beta-Test des in Kooperation mit dem Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie aus Oldenburg entwickelten Lautsprechers starten. Der Verkauf, zum Preis von voraussichtlich weniger als 150 Euro, soll im Frühjahr starten.

Als Partner werden zum Start WetterOnline, TorAlarm und Radioplayer mit an Bord sein. Gleichzeitig gibt es angeblich Gespräche mit der Tagesschau, Napster, Rewe, Otto und Lidl. Die Verhandlungen mit den Lebensmittelketten weisen daraufhin, dass diese sich damit der wachsenden Konkurrenz von Amazon entgegen stellen wollen. Seit einiger Zeit können mit Amazon Fresh unter anderem in Berlin, Hamburg und München Lebensmittel direkt an die Haustür bestellt werden.

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7.409
Amazon Echo 2 im Test

Hybrider Assistent: Telekom integriert Alexa

Im Gegensatz zu Siri oder Alexa soll der Magenta-Assistent keine eigene Persönlichkeit erhalten, sondern lediglich als eine Art Fernbedienung dienen. Neben der eigenen Lösung will die Telekom aber anscheinend auf Nummer sicher gehen und bringt im selben Gerät auch Amazons Alexa unter. Denkbar ist auch eine Integration von Google Assistant.

Dies ist hilfreich, denn viele Anbieter von Smart-Home-Zubehör sind derzeit nur mit den Assistenten von Apple Amazon oder Google kompatibel. Einen neuen, eigenen Standard zu etablieren, dürfte für die Telekom schwierig sein.

Datenschutzversprechen mit Lücken

Mit einem Datenschutzversprechen will die Telekom aber die deutsche Kundschaft locken. So sollen die Sprachbefehle nur auf Server in Deutschland übermittelt und von dort nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden.

Das Problem hierbei: es gilt nur für Befehle an den Magenta-Assistenten. Wer das weit umfangreichere Angebot von Alexa nutzt, übermittelt weiterhin seine Daten an Amazon. Ähnliches wird wohl auch für den Google Assistant gelten, sollte sich die Telekom dazu entscheiden, auch diesen in ihren smarten Lautsprecher zu integrieren.

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Ob die Deutsche Telekom mit dem Magenta-Assistenten Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Schon in der Vergangenheit war die Telekom an Alternativen zu bereits existenten Angeboten wie zum Beispiel WhatsApp, iTunes oder auch Netflix gescheitert.

Quelle: Welt

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