Telekom startet LTE 900 für besseren Indoor-Empfang: Diese Smartphones sind geeignet

Stefan Bubeck
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Die Telekom nutzt ab jetzt den Frequenzbereich um 900 MHz für LTE, um Smartphones innerhalb von Gebäuden besser zu erreichen. Bis Ende des Jahres sollen 4.000 Standorte das neue LTE 900 bekommen.

Telekom startet LTE 900 für besseren Indoor-Empfang: Diese Smartphones sind geeignet
Bildquelle: Pixabay (Illustration)

Bisher nutzte die Deutsche Telekom für LTE die Frequenzen 800, 1800 und 2600 MHz. Der Frequenzbereich um 900 MHz war in den letzten Jahren für das GSM-Netz reserviert, wurde aber 2015 durch die Bundesnetzagentur zusammen mit anderen Frequenzen neu vergeben. Die Telekom hat damals im Rahmen der Versteigerung rund 1,8 Milliarden Euro ausgegeben. Die Neuzuweisungen der Frequenzen ist abgeschlossen, nun kann LTE 900 an den Start gehen.

Besserer Indoor-4G-Empfang: LTE 900 soll das Mobilfunksignal tiefer in Gebäude und Wohnhäuser tragen

In Städten wie Bonn, Köln, Leipzig, Berlin und Stuttgart geht es los, dort soll LTE über den 900-MHz-Frequenzbereich ab sofort starten. Es werden hier Datenraten von 35 MBit/s möglich sein, die allgemeine Verbreitung von LTE soll so optimiert und Versorgungslücken geschlossen werden. Dabei dürfte sich die Abdeckung innerhalb von Gebäuden für Telekom-Kunden nun verbessern, denn LTE 900 eignet sich besonders dazu, Wände zu durchdringen. Die seither von der Telekom bevorzugten Frequenzen 1800-MHz und 2600-MHz sind hier im Nachteil, bieten allerdings deutlich höhere Datenraten als LTE 900. Bis Ende des Jahres sollen 4.000 Standorte beim neuen LTE 900 der Telekom dabei sein.

Walter Goldenits, Technik-Chef Telekom Deutschland: „Damit steigern wir einmal mehr die Qualität für unsere Kunden. Gleichzeitig werden wir mit Hilfe dieser Frequenz bis Ende 2019 LTE überall anbieten können, wo heute mobile Telefonie bereits möglich ist.“ Im Zuge der Umstellung habe die Telekom auch begonnen, die komplette Netztechnik an den Mobilfunkstandorten auszutauschen. Die Basisstationen werden auf Single RAN (Single Radio Access Network) umgerüstet. Dabei handelt es sich um eine Hardware-Einheit, die alle drei Mobilfunkstandards verarbeiten kann: GSM, UMTS und LTE. Die Frequenzzuteilung kann per Software konfiguriert werden. „Wir können wie mit einem Schieberegler die Bandbreite eines Spektrumbandes bedarfsgetrieben für aktuelle LTE-Technologie nutzbar machen,“ so Goldenits.

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LTE 900: Auf allen aktuellen Smartphones lauffähig

Für die Kunden entstehen durch den Start von LTE 900 weder Zusatzkosten, noch müssten sie den Tarif wechseln oder eine Option buchen. Im Videobeitrag heißt es: „Wer ein modernes Smartphone hat, nutzt diesen Service automatisch.“ In den allermeisten Fällen dürften die Smartphones also selbstständig dazu in der Lage sein, den neuen Frequenzbereich zu nutzen. Welche Endgeräte genau geeignet sind, das ist nach Recherchen der Experten von Teltarif nicht endgültig geklärt – auf Anfrage antwortete die Telekom: „Alle neueren Smartphones sind für LTE 900 geeignet.“

Etwas vage – aber immerhin gibt es einen Hinweis: Konkret genannt wurden auch nicht mehr ganz brandneue Smartphones wie das Apple iPhone 5 oder das Samsung Galaxy S5, die für LTE 900 bereit wären.

Quellen: Bundesnetzagentur, Teltarif, Telekom

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