Mirror's Edge - Auf des Spiegels Schneide

Leserbeitrag

(Sebastian L.) Ihr steht auf einem Hochhaus. Wind weht euch durchs Haar während ihr euch umblickt, nach der nächsten Möglichkeit euch euren Weg über die Dächer einer unbenannten, dafür umso mehr überwachten Stadt zu bahnen. Plötzlich werdet ihr entdeckt, von der Polizei, die mit lockeren Fingern am Abzug anrückt. Eine männliche Stimmung dringt ins Ohr, leitet euch, treibt euch an. Das ist euer Alltag in Mirrors Edge, denn ihr seid Faith, eine Runnerin. Dann fliegen Kugeln…und noch vieles mehr.

Mirror's Edge - Auf des Spiegels Schneide

Diese und viele vergleichbare Szenen erlebt ihr im von Electronic Arts vertriebenen und von DICE entwickelten Spiel Mirror’s Edge. DICE, da klingelt doch was…genau, es sind die Leute, die sich auch für die Battlefield-Spiele verantwortlich zeichnen. Und tatsächlich, unabhängig vom Entwickler, kann man sich anfangs nur schwer vorstellen, dass dieses Spiel ohne eine Wumme in der Hand funktionieren soll.

Man möchte annehmen, dass das Spiel rund um Faith ein Genre neu begründet. Sucht man allerdings lange genug, dann wird man in den Tiefen der Videospielegeschichte fündig bei einem Spiel namens “Montezuma’s Return”. Jenes Spiel versuchte sich Ende der 90er-Jahre bereits am Genre des 1st Person Jump’n’Runs. Wenn hier aber kein neues Genre begründet wird, dann wird es hier zumindest eindrucksvoll wiederbelebt!

So steuert ihr also die weibliche Protagonistin Faith aus der Ich-Perspektive durch eine knapp 6-stündige Einzelspielerkampagne, die mit Zwischensequenzen im Anime-Stil angereichert wird. Der Inhalt: Ihr versucht eurer Schwester zu helfen, der ein Verbrechen angehängt wird. Klingt nicht aufregend? Ist es aber, da glaubwürdig und motivierend erzählt.

Die Fähigkeiten beschränken sich dabei nicht nur auf das Laufen, Springen oder Gleiten, es ist ebenso möglich Gegner zu Entwaffnen oder Auszuknocken. Dies geschieht in Form von Schlägen und Tritten, die auch wunderbar mit Wall-Jumps und anderen Stunts kombiniert werden können. Feuergefechte sind auch möglich, doch offenbart das Spiel hier aufgrund unpräziser Steuerung seine Schwächen. Wegrennen ist meistens die bessere Alternative, besonders weil das Spiel hier seine Stärken ausspielt.

Grafisch wirkt das Spiel auf den ersten Blick unspektakulär, lenkt aber durch seinen aufgeräumten, minimalistischen Stil den Fokus dahin, wo er hingehört und zwar auf die Navigation über die Dächer. Zitat Faith im Intro: “Runner sehen die Stadt anders.” Die Signalfarbe Rot ist hierbei besonders hilfreich, sind doch Gegenstände über die ihr Springen oder an denen ihr euch festhalten könnt mit ihr eingefärbt. Ansonsten dominieren kräftige Farbe und wenige Details die leider nicht immer ganz abwechslungsreiche Szenerie.

Vollends überzeugen hingegen kann das Spiel auf akustischer Linie. Authentisch klingende Soundeffekte und eine stimmige Synchronisation mischen sich mit einer dynamischen Musikuntermalung. Besonders letztgenanntes macht eine Flucht so intensiv, so packend. Erst dezent, nimmt sie bei Feindkontakt richtig Fahrt auf und treibt euren Adrenalinspiegel in die Höhe. Die greifbaren Soundeffekte von abgefeuerten Pistolen und zersplitternden Glasscheiben tun ihr Übriges.

Ist man durch den Einzelspieler-Modus durchgerauscht, gibt es noch die Möglichkeit, sich durch etliche Time Trials und Speed Runs zu springen. Hier kommen besonders die Perfektionisten auf ihre Kosten, gilt es doch jede Route durchzuchoreographieren, bevor man überhaupt an High-Scores denken kann. Ebenso kündigte EA für die nahe Zukunft bereits weitere Routen zum Download an.

Wie genau sich Mirror’s Edge spielt und ob Faith ihren Widersachern entwischen kann, erfahrt hier heute abend ab 22 Uhr bei GIGA.

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