Electronic Arts - Ein Blick in die Entstehunggeschichte

Leserbeitrag
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Passen zum Medal Of Honor-Release werfen wir einen Blick in die Entstehunggeschichte des Weltkonzerns Electronic Arts – und wie aus einem kleinen Entwicklerstudio für Anwendungssoftware der zweit größte Videospieleentewickler und -publisher aller Zeiten werden konnte.

In der ganzen Videospielgeschichte, gab es wohl keine Firma, die auf eine solche Art und Weise durch Quantität und Qualität ihrer Spiele bekannt ist. Electronic Arts ist Publisher und Entwickler zugleich, so besitzt der Konzern über 20 eigene Produktionsstuben über die ganze Welt verteilt – übrigens auch in Deutschland. Neben den zwei bekanntesten Studios DICE (Battlefield-Reihe) und Maxis (Sims) stehen EA weitaus mehr Institutionen zur Verfügung. Dabei wurden die meisten in früheren Zeiten aufgekauft und in die kalifornische Firmenstruktur integriert. Dies sieht man auch an dem EA-Kürzel vor dem eigentlichen Namen des Entwicklerstudios. Zu diesem Thema könnten einem Namen wie EA Bright Light (Harry Potter-Spielereihe…), EA Pandemic, die es leider nicht mehr gibt (Star Wars Battlefront, Der Herr Der Ringe: Die Eroberung…), EA Criterion (Burnout Paradise, Need For Speed…) oder EA Bioware(Dragon Age…) einfallen.

Anscheinend konnten die amerikanischen Geschäftsmänner gar nicht genug Spiele produzieren, so gründeten sie zusätzlich auch noch eigene Studios. Daraus entstanden unter anderem EA Montreal, EA Korea, EA Japan, EA North Carolina und, und, und.Doch nun genug von der Gegenwart. Viel spannender ist doch, wie EA es bis an die Spitze des Videospielmarktes geschafft hat. Es ist eine Erfolgsstory, aber auch eine Geschichte die zeigt, dass EA´s Präsenz in so vielen Genres auf einmal nicht komplett ohne negative Folgen blieb.

Gründungsphase 1982 - 1985

Im Jahre 1982 gründete der damals 28-jährige William ”Trip” Hawkins das Unternehmen Amazin´ Software. Vor seiner Selbstständigkeit war er als Strategie- und Marketingberater bei einer gewissen Firma namens Apple tätig. Das vorerst auf Anwendungssoftware konzentrierte Unternehmen änderte seinen Namen bereits ein Jahr später in das bis heute bestehende Label Electronic Arts (EA). Die Neuorientierung kam nur wenige Monate nach der Namensänderung: EA fing an Spiele für den Atari und den Apple II zu entwickeln. Dazu zählt unter anderem das bekannte Pinball. Schon jetzt ist EA für die Produktion von 34 Spielen verantwortlich. Der Konzern zählt von anfänglich zehn nun schon knapp 50 Mitarbeiter. EA wird durch eine gute Förderung von Designern und Softwareentwicklern immer bekannter. 1985, ein weiterer entscheidender Schritt in der Geschichte des Unternehmens: Mit dem Herausgeben von nicht selber produzierten Titeln eröffnet sich EA ein völlig neuer Industriezweig. Hieraus folgt eine Expandierung bis nach Europa.

Kometenhafter Aufstieg   1986 - 2001

Im Jahre 1986 folgte dann die quasi komplette Umstellung auf die Videospielindustrie mit der Veröffentlichung der vorerst letzten Anwendungssoftware DeluxePaint. Drei Jahre später wird EA Europa ”Studio des Jahres”. Nicht ganz unschuldig ist dabei der Titel Populus von Peter Molyneux.

Das Jahr 1991 gilt als Schicksalsjahr.

Neben dem Wechsel in der Geschäftsführung und dem vorhergehenden Ausscheiden des Gründers Hawkins, gründete EA eine Tochterfirma, die ihr bis zum heutigen Tage ein jährliches Einkommen von mehreren hundert Millionen Dollar einbringen wird. Mit John Madden Football startet EA Sports seine einmalige Karriere. Außerdem keimt eine neue Stärke im Electronic Arts-Konzern auf. Mit der Übernahme von Distinctive Software aus Vancouver wird der Grundstein für das spätere EA Canada, das zurzeit größte Entwicklerstudio, gesetzt.

Zurück zu EA Sports. Das Potential der Serie erkannt, versuchte der Konzern fieberhaft Lizenzen für alle möglichen Sportligen zu bekommen.
So folgte nach vielen, teils heftigen Diskussionen der Erwerb der FIFA-Lizenz, die EA seit eh und je einen Pluspunkt in den allseits bekannten PES-vs.-FIFA-Tests einbringt. Neben dem ersten Need For Speed-Teil übernimmt der Konzern im Laufe der nächsten neun Jahre zahlreiche kleine Entwicklerstudios. Dazu zählen unter anderem die Maxis Studios, die mit der späteren Sims-Reihe EA ein komplett neues Label bescheren werden (The Sims), die Westwood & Turbon Studios, spätere Entwicklungstätte von Commander & Conquer und DreamWorks Interactive, die hauseigenen Entwicklerstuben des Regisseur Steven Spielberg, aus dessen Ideen die Anfänge der Medal of Hono-Reihe entstehen würden.
Zur Jahrtausendwende teilt sich Electronic Arts in die drei, heute noch bestehenden Labels EA Sports, EA Sports Big und EA Games (später nur noch EA).

Ab 2002       Die Dice-Ära

Die Bilanz nach 20-jährigem Firmenbestehen sieht mehr als passabel aus. Mit einem Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Dollar, den Sims als erfolgreichstem PC-Spiel aller Zeiten und den Lizenzen für die zwei größten Filmprojekte der ”damaligen” Zeit (Herr der Ringe und Harry Potter) sah EA wohl in eine rosige Zukunft. Und obwohl diese Spitzenposition in knapp sechs Jahren durch die Fusion von Activision und Vivendi zu Activision Blizzard zu wanken beginnt, gibt es wohl keine prägendere Entscheidung als die komplette Übernahme der Digital Illusions Creative Entert. Studios, kurz: DICE.

Und auch wenn das Unternehmen inzwischen über 100 Spiele im Jahr rausbringt, gab es kein Franchise, mit dem EA so viele Anhänger gefunden hat, wie die Battlefield-Reihe. Die als die ”Mutter des Multiplayers” bezeichneten schwedischen Entwickler von DICE schufen unter EA mehr als sieben Battlefield-Spiele und zusätzlich noch das Action-Adventure Mirrors Edge sowie den Multiplayer für das diese Woche erscheinende Medal Of Honor (2010). Keine Frage - dieses Studio prägte die Marke wie kein anderes.

Schlussgedanken

Was ist also abschließend noch zu sagen. EA produziert und entwickelt immer weiter und weiter und wird die Rate von 100 Spielen pro Jahr wohl spätestens 2011 überbieten. Die Frage, ob bei den meisten Spielen nicht die Quantität vor die Qualität geht, muss sich EA stellen lassen. Schließlich ist eine Präsenz in so vielen verschiedenen Genres schwierig zu halten.

Mit FIFA, Medal of Honor und Dead Space ist der Publisher wohl für dieses Geschäftsquartal erst mal gut bedient. Jedoch sollte man bedenken, dass mit jeder weiteren Übernahme, mit jeder weiteren erkauften Lizenz, ein Monopol der beiden Riesen EA und Activision fast nicht mehr aufzuhalten ist…

 

Weitere Themen: Need for Speed Underground 2, Army of Two: The Devil's Cartel, Crysis Wreckage, Crysis 3, Fussball Manager 12 Demo, Dead Space 3, Dead Space 3 Demo, Crysis 2 Demo, FIFA 12 Demo, Electronic Arts

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