US-Wahlen - Wahlkampf in Spielen

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(Pille) Am 4. November wählen die USA seinen neuen Präsidenten. Die Wahlkampfkampagnen der Kontrahenten John McCain und Barack Obama sind in vollem Gange und die Wahlkampfteams der beiden nutzen jede Gelegenheit um für ihren jeweiligen Kandidaten die Werbetrommel zu rühren.

US-Wahlen - Wahlkampf in Spielen

Das Team rund um Barack Obama erschloss nun ein neues Werbe-Medium um vor allem die jungen Amerikaner auf die bevorstehende Wahl aufmerksam zu machen. Im Action-Rennspiel Burnout Paradise wird man an einigen Straßenecken Ingame-Wahlkampf-Werbung der Demokraten und ihrem Stellvertreter Barack Obama sehen können.
Wenn das Spiel im Januar für den PC in den Handel kommt, wird der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zwar schon feststehen, alleine die Publicityträchtigkeit der Aktion dürfte aber bei einigen Gamern für Aufmerksamkeit sorgen.

Publisher EA erklärte: “Wie die meisten Fernsehsender, Radiostationen und Zeitschriften akzeptieren wir Werbung von Präsidentschaftskandidaten. Wie die Wahlkampfwerbung auf Fernsehsendern, repräsentiert diese Werbung nicht die Politischen Ansichten von EA oder die Meinung des Entwicklerteams.”
Über Videospiele neue Wähler zu mobilisieren ist ein intelligenter Schachzug der Demokraten. Die Wahlbeteiligung in den USA ist gewöhnungsgemäß mit knapp über 50 Prozent eher gering (vgl. Deutsche Bundestagswahlen 2005, 77,7 Prozent) Deshalb eignet sich das Jugendlichste aller Medien gut dazu, bei Nachwuchswählern politisches Interesse zu wecken.

Erst kürzlich unternahm “Doku”-Filmer Michael Moore für seinen neuen Streifen “Slacker Uprising” eine Reise durch die Highschools der USA, in denen er versuchte Amerikas Jugend dazu zu bewegen sich an den Präsidentschaftswahlen zu beteiligen. Videospiele sind nach Schulbesuchen nun sicherlich der nächste logische Schritt um die aktuelle Jugend Amerikas in die Wahlkabinen zu treiben.

Vor wenigen Wochen berichteten wir über “Werbung in Spielen”. Das Interesse von großen Marken wie Softdrinkherstellern oder Modelabels ist in sofern als positiv zu bewerten, da es uns zeigt, dass Computer- und Videospiele immer mehr Einzug in die (Konsum-)Gesellschaft halten.

Wahlkampfwerbung gibt dieser These noch eine zusätzliche Ebene. Denn Marken wie Coca Cola oder Nike können sich in jedem Fall sicher sein, dass sie über Videospiele die richtige Zielgruppe erreichen. Das nun schon politische Parteien Computerspiele als Werbemedium erkennen zeigt, das scheinbar auch Gamer in den Augen der Politik als relevante Zielgruppe gelten. Wenn man bedenkt, das Wahlkampf, zumindest in Deutschland, bisher eher auf dem Rücken der Gamer – Bezug nehmend auf die leidige “Killerspiel”-Debatte – ausgetragen wurde, könnte diese aktuelle Entwicklung womöglich einen neuen Trend der Politik im Umgang mit Videospielen auslösen.
Aber wäre diese Form des Wahlkampfes in Deutschland tatsächlich möglich? Werden wir Angela Merkel im nächsten Jahr als Heldin im neuesten Siedler-Teil sehen?

Ob Obamas Beispiel Schule machen wird bleibt abzuwarten. Was “Ingamewahlkampf” sehr schwierig macht, ist sicherlich die Tatsache, dass er nur sehr begrenzt einsetzbar ist. Wahrscheinlich würde wohl kein potenzieller Präsident sein Gesicht gerne in einem Shooter sehen. Auch Rollenspiele und Echtzeitstrategie würden wegen ihrer oft derben Inhalte dem Image der meisten Politiker wohl eher schaden als nutzen. Mit dem Thema “Wahlkampf in Videospielen” beschäftigen wir uns Heute abend in GIGA The Show.

Weitere Themen: Need for Speed Underground 2, Army of Two: The Devil's Cartel, Crysis Wreckage, Crysis 3, Fussball Manager 12 Demo, Dead Space 3, Dead Space 3 Demo, Crysis 2 Demo, FIFA 12 Demo, Electronic Arts

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