Eat this Online-Nutzungsbedingungen – Eine neue Initiative bewertet AGBs
Die meisten AGBs lese ich gar nicht mehr. Das ist fahrlässig und ehrlich gesagt auch ziemlich dumm. Mit einem Klick trete ich sehenden Auges zahlreiche Rechte an Unternehmen ab, die damit schamlos Geld verdienen. Warum das so ist, weiß ich nicht genau. Ist es meine Bequemlichkeit, wie unlängst von Sascha Lobo zur Debatte gestellt? Oder ist es die heimliche Resignation in einem System, in dem Abzocke und vertragliche Willkür längst zur Alltäglichkeit geworden sind? Was auch immer hinter meinem viel zu schnell gesetzten Häkchen steht – mit dem Start der Initiative Terms of Service; didn´t read ist es gerade noch dümmer geworden.
Wir wissen längst, dass Facebook, Google, Steam, Electronic Arts & Co auf Unwissenheit und Faulheit spekulieren. Trotzdem setzen wir beinahe täglich ein Häkchen unter die Online-Nutzungsbedingungen von hanebüchenen Verträgen. Die Initiatoren von „Terms of Service; didn´t read“ sind sich dieses Missstandes bewusst und wollen mit ihrem Projekt nun Abhilfe schaffen.
Die Idee ist einfach. Internetprodukte, Webseiten und Anwendungen werden hinsichtlich ihrer Nutzungsbedingungen bewertet. Mit dem bekannten Daumen-System werden einzelne Aspekte der AGBs bewertet. Kann ich den Dienst überhaupt kündigen? Behält das Unternehmen die Rechte an meinen Daten. Werden meine Stammdaten an Dritte weitergeben.

Die Initiatoren des Projektes übernehmen administrative Aufgaben. Ihnen geht es mit „Terms of Service; didn´t read“ vor allem um mehr Transparenz und das Anstoßen einer überfälligen Debatte. Oft verstecken Unternehmen ihre AGBs gern auf perfide und trickreiche Weisen. „Terms of Service; didn´t read“ soll sie ans Licht befördern und der kritischen Diskussion überantworten. Damit könnte sich das Portal auch als effizientes Frühwarnsystem etablieren und rechtzeitig auf klare Rechtsverstöße (wie zum Beispiel im Fall der Battlefield 3 Origin EULA) hinweisen.
Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Sollte es aber Schule machen und sich die nötigen Gelder für den notwendigen Ausbau des Portals finden ist eines klar: Unwissenheit fällt in Zukunft als Ausrede für den saloppen Umgang mit den eigenen Rechten flach. Dafür schon mal Danke „Terms of Service; didn´t read“.
Wie geht ihr mit Online-Nutzungsbedingungen um? Wer liest sie, wer ignoriert sie, wer weiß nicht, wofür AGB steht?





