Du sollst Facebook unangenehme Fragen schicken

Stefan Bubeck

Sinneswandel bei Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: In einem ausführlichen Beitrag  thematisiert er kontroverse Themen wie Zensur, Demokratie und Fake News – er ruft sogar dazu auf, Fragen einzusenden. Das soziale Netzwerk stand in letzter Zeit unter heftiger Kritik, es nehme seine gesellschaftliche Verantwortung nicht ausreichend wahr. Nun also die Offensive in Form einer groß angelegten Debatte. Zum Thema Terrorismus hat Facebook bereits eine Antwort geliefert.

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Noch Ende letzten Jahres bezeichnete Zuckerberg eine Mitverantwortung Facebooks für den überraschenden Wahlsieg des jetzigen US-Präsidenten Trump als „verrückt“. Ein halbes Jahr später sieht die offizielle Stellungnahme ganz anders aus.

Mit über 2 Milliarden Nutzern ist Facebook eines der größten Netzwerke der Welt. Selbst kleinste Entscheidungen, die der Konzern Facebook Inc. aus Menlo Park (Kalifornien) trifft, könnten große Auswirkungen haben – und zwar weltweit. Ein Beispiel ist das Thema Zensur – oder das, was dafür gehalten wird: Je nach Standpunkt sollten bestimmte Posts von Nutzern oder Seiten gelöscht werden, da sie gegen gesetzliche oder kulturelle Normen verstoßen. Die Sichtweise darauf unterschiedet sich von Land zu Land. Facebook als global agierendes Unternehmen steckt da gewissermaßen in der Zwickmühle, denn was soll nun erlaubt sein und was nicht? Darüber und über andere „harte Fragen“ sollte und wird man jetzt sprechen, das hat der US-Konzern gestern angekündigt.

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Das sind die unangenehmen Fragen, denen sich Facebook stellen will

Der von Mark Zuckerberg geteilte Blogpost wurde vom Anwalt Elliot Schrage verfasst, der bei Facebook als „Vice President for Public Policy and Communication“ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Er eröffnet seinen Beitrag mit dem Satz: „Heute werden wir etwas Neues starten.“ Facebook will sich in Zukunft folgenden Fragen stellen und Antworten liefern:

  • Wie sollen soziale Netzwerke Terroristen davon abhalten, ihre Propaganda online zu verbreiten?
  • Was soll mit dem Account eines Menschen passieren, wenn dieser gestorben ist?
  • Wie stark sollten Social-Media-Unternehmen kontroverse Posts und Bilder überwachen und entfernen? Wer entscheidet, was kontrovers ist – gerade im Hinblick auf eine globale Gemeinschaft mit einer Vielzahl unterschiedlicher kultureller Werte und Normen?
  • Wer definiert was „Fake News“ sind? Was sind einfach nur strittige politische Meinungen?
  • Ist Social Media gut für Demokratie?
  • Wie können wir Daten zum Wohle aller verwenden – ohne dabei das Vertrauen der Menschen zu missachten?
  • Wie sollten junge Internet-Nutzer dazu eingeführt werden, sich selbst in einer sicheren Umgebung auszudrücken?

Facebook ist für weitere Fragen offen und ruft seine Nutzer dazu auf, entsprechende Vorschläge einzusenden. Dazu wurde eigens die E-Mail-Adresse hardquestions@fb.com eingerichtet, an die jeder seine Themen schicken darf.

Auf der zweiten Seite lest ihr, welche Maßnahmen Facebook im Kampf gegen Terrorismus ergreifen will.

Weitere Themen: Mark Zuckerberg, Facebook Messenger Beta, WhatsApp Inc.

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