Android sperrt Facebook aus - ein bisschen

Amir Tamannai
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Keine Angst, die Facebook-App bleibt Android-Usern erhalten. Allerdings verschwinden mit dem neuesten Update auf OS-Version 2.3.3, das das Nexus S in den nächsten Tagen erhalten wird, die Facebook-Freunde aus der Kontakt-Verwaltung. Google begründet diese Maßnahme damit, dass Facebook bislang nicht die Android Kontakte-API nutzt, sondern die Daten nur in der Cloud bereitstellt.

Android sperrt Facebook aus - ein bisschen

Auf Android-Smartphones werden die Facebook-Freunde zwar unter den Kontakten angezeigt, liegen aber nicht wirklich auf dem Gerät und lassen sich folglich auch nicht weiterverwenden, exportieren oder editieren.

Bislang hatte Facebook quasi eine Ausnahmegenehmigung, seine Kontaktdaten an der entsprechenden API vorbeischummeln zu dürfen. Das geht Google nun aber gegen den Strich — sie werfen Facebook vor, den Android-Usern ein Vorhandensein der Kontakte auf dem eigenen Gerät vorzugaukeln. Mit dem Update auf Android-Version 2.3.3 scheint Google nun erreichen zu wollen, dass Facebook die Kontaktdaten zukünftig direkt auf das jeweiligen Gerät überspielt.

Aus unserer Sicht ist das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist verständlich, dass Google möchte, dass die wertvollen Facebook-Daten auch anderen Anwendungen zur Verfügung stehen (und die damit verbundenen Möglichkeiten wären tatsächlich interessant), andererseits wäre es der Datensicherheit nicht gerade zuträglich, wenn jede Applikation künftig auf die Kontaktinformationen des Facebook-Accounts zugreifen könnte.

Im Falle des Nexus S äußert sich Googles Maßnahme dadurch, dass sämtliche Facebook-Kontake aus der Android-Kontaktverwaltung verschwinden — als hätte der Nutzer die App deinstalliert oder sein Facebook-Konto gelöscht. Innerhalb der Anwendung sind die Freunde aber natürlich weiterhin vorhanden.

Die Vielzahl der Android-Geräte soll allerdings auch zukünftig nicht von diesem Schritt betroffen sein: Google plant die Maßnahme nur für wenige “lead devices” (Flaggschiff-Geräte). Wir sind gespannt, ob zum Beispiel das Motorola Xoom, das ab morgen in den USA verkauft wird, davon betroffen ist.

Weitere Themen: Android, Facebook Lite, Facebook

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