Anonymous vs. Facebook – 5. November 2011 – Kommt der Angriff auf Facebook?

Am 5. November 1605 versuchte Guy Fawkes den damaligen König von England umzubringen und das Parlament – wortwörtlich – zu sprengen. Die Guy Fawkes Maske ist seit jeher auch das Markenzeichen der Anonymous-Anhänger. Selbige Planen für den morgigen 5. November 2011 ihren digitalen Angriff auf Facebook. Doch um was geht es eigentlich?

Anonymous vs. Facebook – 5. November 2011 – Kommt der Angriff auf Facebook?

Schon vor einigen Monaten gab es Berichte, dass Anonymous eine Attacke auf Facebook plane. Über die Form dieses Protests gab es jedoch immer wieder Diskussionen und Gerüchte. Anonymous hatte in der Vergangenheit häufig zu DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) gegriffen, um die unbeliebten Seiten temporär vom Netz zu trennen. Bereits damals gab es Zweifel daran, dass die lose Gruppierung die Kraft habe, dies bei einem Schwergewicht wie Facebook zu schaffen und ob es überhaupt einen “offiziellen Plan” gebe.

Die ursprüngliche Idee einiger “Mitglieder” war Zweigleisig: Zum einen wollte man die User dazu aufrufen, ihre Facebook-Accounts zu löschen, zum anderen wollte man ein eigenes Social Network, AnonPlus, starten. Nach einiger Zeit war das Interesse an dem Projekt jedoch hinüber und der Code für AnonPlus wurde von den Entwicklern an andere Mitglieder abgegeben.

Von den ursprünglichen Plänen blieb nur noch ein Teil übrig: Das Datum, der 5. November 2011, welches Facebook “niemals vergessen” werde. An diesem Datum sollten Facebook-Mitglieder ihre Accounts löschen. Aus diesen Überbleibseln entstanden dann aber Gerüchte über einen Angriff auf Facebook. Von Anonymous selbst wurden die Pläne wiederholt dementiert.

Schon damals war es mehr das Ziel, die Menschen auf die Probleme mit der Privatsphäre bei Facebook und den dort gesammelten Daten der Mitglieder aufmerksam zu machen. Worum es sich bei der für morgen geplanten Aktion handeln soll, beschreibt ein angebliches “Anonymous-Mitglied” im Interview mit der taz:
Es “wird explizit darauf hingewiesen, dass es sich diesmal nicht um eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke, handeln soll, also eine Attacke, bei der ein Server durch eine große Menge koordinierter Anfragen von verschiedenen Rechnern überlastet wird. Sondern um eine spam-artige Aufklärungskampagne.”

Weiter sagt das Mitglied: “In großen Massen sollen auf allen möglichen Kanälen Informationen darüber verbreitet werden, was für Daten Facebook erhebt, wie diese Daten verwendet werden und wie unmöglich es ist, diese zu löschen.”

Dies deckt sich mit den Angaben, welche Anonymous in (s)einem Twitter-Kanal wiederholt getätigt hat. Es soll sich weniger eine Attacke im klassischen Stil handeln, als vielmehr um eine Informationskampagne, welche auf die Probleme und Risiken einer Facebook-Mitgliedschaft aufmerksam macht. Die Nutzer seien sich nicht im Klaren darüber, “an wen Facebook die gesammelten Daten verkauft und was für Konsequenzen das für sie hat”. Wie diese Kampagne konkret aussehen wird? Wir wissen es nicht.

Ob die Aktion morgen ein “Erfolg” wird, kann auch das interviewte Anonymous Mitglied nicht sagen: “Es kann sein, dass die Aktion riesengroß wird und Hunderttausende Facebook verlassen. Vielleicht schweigen aber auch die Vöglein im Walde. Anonymous muss nicht zwangsläufig tun, was es selbst angekündigt hat.”

Wir dürfen also gespannt sein, was sich morgen auf Facebook und im Rest des Internet bezüglich des geschichtsträchtigem Datums ereignet. Vielleicht müssen wir in 24 Stunden dem Spruch “Remember, remember, the fifth of November, Gunpowder Treason and Plot” um eine weiteres Kapitel erweitern.

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