Ein Besuch in Facebooks neuer Serverfarm

Der immer mehr als Datenkrake in Verruf geratende social networking Dienst Facebook hat Interessierten einen einmaligen Eindruck in sein neues Rechenzentrum gewährt. Alle Statusmeldungen, Chats, Likes und andere Aktivitäten von immerhin rund 800 Millionen Nutzern werden hier in Zukunft gesammelt, zugeordnet, verknüpft und ausgewertet werden, wofür “LKW-weise” Hardware angekarrt werden musste.

Ein Besuch in Facebooks neuer Serverfarm

Weit draußen in der Wüste von Oregon, nahe eines verschlafenen Nests namens Prineville, dort hat Facebook seine erste große Serverfarm aufgebaut, der unter Umständen eine zweite am selben Ort und eine dritte in Schweden folgen werden. Wobei Letztere dann sogar ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Im Gegensatz zu den meisten anderen “Global Playern” am IT-Markt, wie beispielsweise Microsoft oder Google, zeigt Facebook sich also ganz offen, stellt das dahinter stehende Konzept vor und gibt einen umfassenden Einblick in sein neues Rechenzentrum.

In enger Kooperation mit Intel und einigen Beraterfirmen wurde im Vorfeld ein Konzept ausgetüftelt, bei dem Energieeffizienz und Leistung in Einklang zu bringen als oberste Prämisse gesetzt war. Eigens zu diesem Zweck hat Intel dann ein Multiprozessor-Board neu entworfen, das sich besonders gut in die Infrastruktur integrieren lässt, ohne daß dafür aufwändige  Kühlkonzepte wie “CrossAir”-Luftströme oder dergleichen designt werden mussten. Auch die Prozessoren selbst können wohl mehr Hitze ab, als ihnen in bisherigen Rechenzentren zugemutet wird, ohne an Leistung einzubüßen – ein Umstand den man sich hier ebenfalls zu Nutze macht.

Von gemieteten Serverkapazitäten kann Facebook sich mit dem neuen Rechenzentrum also wohl größtenteils befreien, nicht jedoch von der Verantwortung, die damit einher geht. Je größer das jeweilige Projekt, desto eher kommen auch die Einwände und Bedenken der Bürgerinitiativen und NGOs.Und Facebooks neue Serverfarm ist groß, verdammt groß sogar! Allein schon die bis in den Horizont reichende Reihe aus Transformatorenhäuschen (s. Bild von Wired.com) genügt, von dieser schieren Größe einen Eindruck zu bekommen. Trotz allem konnte der Sozialnetzwerk-Betreiber am Ende sogar einen Preis als “best green building” einheimsen und den Streit mit Greenpeace-Energy beilegen, die Facebook Ressourcenverschwendung vorgeworfen hatten.

Wer also noch immer nicht dem Ruf des Netzwerkdiensts als extremem Datensammler glaubt, dem mag anhand dieser Reportage wenigestens mal die Größenordnung verdeutlicht werden.

via Intel

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