Facebook Deals: Per Android-App auch in Deutschland [Update]

Vor ein paar Tagen wurde die Facebook-App aktualisiert und mit einer sogenannten “Deals”-Funktionalität ausgestattet. Bislang war davon hierzulande allerdings noch nichts zu sehen — bis heute: Ab sofort sind die ersten Angebote über die Rubrik “Orte” in der Anwendung abruf- und nutzbar. Wir haben es ausprobiert und sind wieder einmal schwer beeindruckt von der konzeptionellen Marketing-Kreativität der Facebook-Macher.

Facebook Deals: Per Android-App auch in Deutschland [Update]

Das Prinzip ist so simpel wie genial: Über die Rubrik “Orte” der Facebook-Applikation loggt sich der Nutzer an seinem Aufenthaltsort ein und bekommt — und das war auch bislang schon so — lauter Geschäfte, Restaurants und interessante Orte in der Nähe angezeigt. Neu ist, dass jetzt bestimmte Lokalitäten, die Angebote in petto haben, mit einem gelben Sticker versehen sind.

Per Fingerzeig auf das Geschäft oder Restaurant öffnet sich die Detailansicht der Location und der User erfährt mehr über das Angebot. Zur Nutzung desselben checkt man einfach dort ein — man muss dazu übrigens nicht wirklich vor Ort sein.

Wie aber komme ich zu einem Rabatt beim Einkauf? Das geht ganz einfach: Im Falle der Bekleidungskette H&M zum Beispiel zeigt der Nutzer an der Kasse einfach den Bildschirm mit der Bestätigung des Angebots und freut sich über den (sehr kundenfreundlichen) Rabatt von 25%. Bei Esprit, das für jeden Log-In 5€ an ein SOS-Kinderdorf spendet, muss man gar nichts weiter tun (ob die Spende dann wirklich rausgeht, können wir natürlich nicht überprüfen).

Und jetzt die Preisfrage: Was haben die Unternehmen davon, solche selbstlosen und großzügigen Deals anzubieten? Machen die das nur, um Kunden anzulocken? Da Nutzer für bestimmte Angebote den Laden gar nicht betreten müssen, scheint das nicht sehr effektiv. Hier kommt die bereits erwähnte Marketing-Macht und -Genialität von Facebook zum Tragen.

Denn jedesmal, wenn ein User ein Angebot nutzt, erstellt die App einen entsprechenden Eintrag im Facebook-Newsfeed. Das bedeutet, dass jeder genutzte Deal das jeweilige Angebot und den Händler bei allen Freunden des Nutzers bewirbt. Eine effektivere Werbung, als über das Social Network jedesmal erwähnt zu werden, wenn ein User ein Schnäppchen macht, gibt es also zu so einem vergleichsweise geringem Aufwand für Händler und Unternehmen kaum.

Je nachdem, wie sich der Dienst künftig gestaltet, wie viele Unternehmen auf den Zug aufspringen und wie stark die User das/die Angebot(e) nutzen werden, könnte Facebook damit unseres Erachtens der nächste große Coup geglückt sein: Eine Win-win-win-Situation für Nutzer, Händler und natürlich Facebook selbst. Wir sind gespannt.

Update: Wir haben die ganze Geschichte jetzt mal einem Feldversuch unterzogen und dürfen melden: Es klappt!

So konnte ich bei Douglas über die Deals-Funktion problemlos ein 15ml-Pröbchen eines bekannten Herrenduftes abstauben. Auch die Mitarbeiter bei H&M waren informiert und bestätigten mir, dass sie anstandslos die versprochenen 25 Prozent Rabatt auf einen Artikel gewähren würden, sofern man ihnen den entsprechenden Eintrag auf dem Smartphone präsentiert. Dort wies man mich sogar noch darauf hin, dass alle H&M-Filialen ab sofort extra einen entsprechenden “Facebook-Places”-Sticker im Schaufenster kleben haben.

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