Facebook gesteht Kampagne gegen Google

Jonas Wekenborg
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Das soziale Netzwerk Facebook hat nun in einer Erklärung zugegeben, dass sie das PR-Büro Burson-Marsteller für eine Schmierkampagne gegen Google herangezogen hatte. Dabei sollten bezahlte Blogger den "Social Circle" von Google kritisieren und boykottieren.

Facebook gesteht Kampagne gegen Google

Google und Facebook befindet sich im Clinch. Warum? Google wollte Facebook-Daten für seinen eigenen Social-Networking-Dienst “Social Circle” nutzen, was der Social-Riese jedoch ablehnte. Man finde Googles Aktivitäten datenschutzrechtlich bedenklich. Grund genug, den Konkurrenten mit unlauteren Mitteln zu boykottieren?

Facebook hatte die Presseagentur “Burson-Marsteller” engagiert, damit diese Blogger bezahle, die negative Berichterstattung über das Google-Social-Network publizierten. Doch nicht jeder der angeschriebenen Blogger war so leicht käuflich. So flog die Sache auf, weil Christopher Soghoian unbestechlich erscheint und den gesamten E-Mail-Verkehr mit der Agentur veröffentlichte.

Burston-Marsteller dürfte nun um ihren guten Ruf fürchten, nachdem Soghoian die Mail publizierte und die US-Zeitung “USA Today” davon Wind bekam. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht bekannt, wer hinter der Kampagne steckte. Nachdem die us-amerikanische Website “The Daily Beast” die PR-Agentur mit den Vorwürfen konfrontiert hatte, kam der Zusammenhang mit Facebook ans Tageslicht. Daher nahm Facebook schließlich jetzt Stellung dazu und gab die Verbindung und den Auftrag öffentlich zu.

Googles “Social Circle” bietet den Nutzern des GMails den Service, automatisch Kontaktdaten via Twitter und Facebook zu agregieren. Dabei kommt “Google Social Search” zur Anwendung.

Dass sich Google und Facebook in Sachen Datenschutzskandalen nichts nehmen, ist allgemein bekannt. Beide Firmen stehen immer wieder in der Kritik von Nutzern, Datenschützern, Politikern und Bürgerrechtlern. Google wie auch Apple stehen derzeit zur Anhörung vor dem US-Senat wegen Speicherung von Bewegungsdaten, während Facebook noch an einem alten Fall nagt.

Dabei handelt es sich um die Sicherheitslücke, die es Werbekunden und anderen Partnern erlaubte, auf Daten von Facebook-Usern zuzugreifen. Das umfasste Profildaten, Fotos und Chats.

Weitere Themen: Facebook Lite, Google

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