Facebook: iPad-App vielleicht schon nächste Woche

Florian Matthey
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Nächste Woche möchte Facebook etwas Großes vorstellen. Viele erwarten, dass es sich dabei um die offizielle iPad-App des Unternehmens handelt, auf die viele Facebook-Benutzer schon seit der Veröffentlichung des ersten Apple-Tablets warten. Weiterhin stellt sich aber die Frage, was Facebook mit seinem App-Store-Konkurrenten “Project Spartan” vor hat.

Facebooks CEO Mark Zuckerberg erklärte gegenüber Journalisten, die eine Facebook-Niederlassung in Seattle besuchten, dass das Unternehmen nächste Woche etwas Großartiges vorstellen werde. Und auch, wenn Amerikaner und vor allem amerikanische Unternehmer das Wort “awesome” inflationär gebrauchen, könnte die nächste Woche für iPad-Benutzer tatsächlich eine lange Wartezeit beenden.

Im Gegensatz zum iPhone gibt es für Apples Tablet-Rechner immer noch keine offizielle App des sozialen Netzwerks, stattdessen benutzen viele iPad-Besitzer Apps wie Friendly for Facebook* oder Friendly Plus for Facebook*. Gerüchten zufolge soll Facebook die Chat- und Gruppen-Features des Netzwerks speziell für das iPad anpassen, was die App den Lösungen dritter Entwickler natürlich voraus hätte.

Während sich Apple über die offizielle Unterstützung des eigenen Produkts durch Facebook wohl freuen werden, dürften die Spekulationen um Facebooks “Project Spartan” bei den Verantwortlichen in Cupertino nicht für Begeisterung sorgen. Unter dem Projektnamen soll Facebook an einem eigenen App Store arbeiten, der sich auch an iPhone- und iPad-Kunden wenden soll.

Im Gegensatz zu Googles Android erlaubt Apples iOS keine Downloads aus anderen als Apples eigenem App-Portal. Facebooks Lösung soll allerdings komplett im Browser arbeiten: Dort möchte das Unternehmen Apps auf HTML5-Basis vertreiben, die dann innerhalb von Mobile Safari auch ganz ohne Apples Segen funktionieren würden.

Liz Gannes von All Things Digital fragt sich, was Facebook genau mit diesem Projekt vor hat. Sie glaubt, dass Facebook Kunden und Entwickler nicht mit dem Einsatz von HTML5 überzeugen möchte – HTML5-Web-Apps seien auch heute nicht so leistungsfähig wie native iOS-Apps aus dem App Store. Stattdessen könnte Facebook auf seine Macht als soziales Netzwerk setzen: Bisher funktioniere die virale Verbreitung von Apps noch nicht so, wie sich Entwickler das vorstellen. Wenn Facebook-Benutzer nun direkt im sozialen Netzwerk selbst sehen, welche Apps ihre Freunde am meisten nutzen, wäre dies ein Vorteil gegenüber bisher noch vergleichsweise umständlichen Verbindungen von Apps zu sozialen Netzwerken. Wie gut das funktioniert haben beispielsweise Facebook-Browser-Spiele wie Zyngas FarmVille gezeigt.

Apple habe das Potential einer Anbindung an soziale Netzwerke ebenfalls erkannt, wie die Integration von Twitter im iOS 5 zeige. Mit Project Spartan könnte Facebook dem iPhone- und iPad-Hersteller nach Gannes’ Lesart aber bald einen Schritt voraus sein.

Weitere Themen: iPad, Facebook Lite, Facebook

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