Facebook Messenger: Auf Nimmerwiedersehen SMS

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Nach RIMs Blackberry Messenger, Googles Huddle und Apples angekündigten iMessages will nun auch Facebook ein Stück der Kurznachrichten-Torte. Nur einer bleibt in Zukunft ganz sicher auf der Strecke: Der Netzbetreiber, der für seine 160 SMS-Zeichen immer noch verdammt viel Geld verlangt.

Facebook Messenger: Auf Nimmerwiedersehen SMS

Facebook hat mit dem Messenger einen interessanten Weg eingeschlagen. Anstatt sich dem aktuellen Trend nach eigenständigen Nachrichtendiensten mit der bereits bestehenden Facebook App zu verwehren, hat man genau das getan, was Apple mit iMessages angekündigt hat und Research In Motion mit dem Blackberry Messenger bereits seit einiger Zeit anbietet: Eine eigene App, die nichts anderes ist als ein Programm für Kurznachrichten – mit direkt mehr als 750 Millionen potentiellen Mitgliedern.

Grundlage für den Facebook Messenger ist das im Februar aufgekaufte Team des Startups Beluga, das einen eigenen Messenger-Dienst angeboten hat beziehungsweise anbietet. Der Vorteil des Messengers im Vergleich zur Facebook App ist klar, der Aufwand mal eben eine Nachricht zu schreiben ist bedeutend geringer. Man muss sich nicht erst durch irgendwelche Menüs hangeln, sondern kann direkt mit dem Schreiben der Nachricht beginnen.

In Gefahr durch den Facebook Messenger – und den damit verbundenen 750 Millionen Mitgliedern – sind Anwendungen wie WhatsApp oder Kik, die viele Fans für sich gewinnen konnten. Nicht zu vergessen sind auch diejenigen, die speziell mit Facebook nichts zu tun haben wollen.


Eine weitere gefährdete Spezies sind die Netzbetreiber selbst, die mit vergleichsweise teuren SMS weiterhin einen nicht zu verachtenden Umsatz machen. Beispielsweise 19 Cent für 160 Zeichen sind auf’s MByte umgerechnet verdammt viel Geld. Insbesondere in Zeiten in denen man Daten-Tarife mit einigen hundert MByte Inklusivvolumen für weniger als 10 Euro bekommt und diese für ein Smartphone so oder so unabkömmlich sind.

Eine Unbekannte und gleichzeitig trojanisches Pferd – ganz besonders aus Sicht der Netzbetreiber – ist Apples iMessages, das Apple aktuell in den iOS-5-Betas aktiv testen lässt. Der Vorteil für den Nutzer: iMessages ist komplett integriert in die SMS-Anwendung. Das bedeutet, der Benutzer muss genau hinsehen, um zu wissen ob er gerade eine iMessage oder SMS verschickt. Viel mehr Integration ist nicht möglich. Aufgrund des nicht benötigten Facebook-Accounts dürfte iMessages gerade Business-User ansprechen, die keine Zeit und/oder Lust haben eine neue Anwendung kennenzulernen.

Apple zielt hier wieder auf eine ganz genaue Zielgruppe. Dem normalen Nutzer, der genau eins will: Möglichst einfach Kontakt mit Freunden aufnehmen ohne das ein spezielles Konto oder eine neue App installiert und erlernt werden muss. iMessages ist wie Facetime mit einer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer (iPhone) verbunden, und zumindest Letztere hat mittlerweile jeder.


Während iMessages aber aktuell primär für den Kontakt zwischen zwei Personen gedacht ist, können mit dem Facebook Messenger auch Nachrichten an Personengruppen verschickt werden. Dazu kommt noch, dass Facebooks Nachrichten-App nicht nur unter iOS funktioniert, sondern auch auf Android und – nicht zu vergessen – mit Facebook.com, wo die Nachrichten ebenfalls aufschlagen.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass die neue App sehr viele Leute anspricht. Ganz speziell die, die bereits ein Profil bei dem sozialen Netzwerk haben. Für alle, die mit Facebook nichts anfangen können, gibt es aber weiterhin Alternativen. Sei es WhatsApp, Googles Huddle, iMessages (in Kürze), Blackberry Messenger oder doch einfach nur die klassische SMS.

Aktuell ist der Facebook Messenger nur im und dem US Android Market verfügbar. Die Kollegen von Mobiflip.de haben aber das Android APK auf ihrer Seite verlinkt.

Benutzt Ihr Messaging-Programme wie WhatsApp oder Kik? Welche Features wünscht Ihr Euch, die die Programme aktuell nicht bieten?

Weitere Themen: SMS, Facebook Lite, Facebook

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