Facebook Messenger: Vom einfachen Chatprogramm zur mächtigen Plattform mit Apps

Kaan Gürayer
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Große Pläne: Facebook will seinen eigenen Messenger vom reinen Kommunikationstool zu einer mächtigen Plattform ausbauen. In Zukunft sollen Unternehmen den Dienst nutzen, um mit ihren Kunden zu kommunizieren und beispielsweise Reklamationen abzuwickeln. Außerdem wird es einen eigenen App Store, der kompatible Anwendungen von Drittanbietern auflistet. 

Facebook Messenger: Vom einfachen Chatprogramm zur mächtigen Plattform mit Apps

Als Facebook im vergangenen Sommer den Messenger ausgliederte und Nutzer zwang, eine eigenständige Anwendung zu installieren, war der Aufschrei groß: Wieso, fragten sich viele, könne der Messenger nicht weiterhin Teil der Facebook-App bleiben? Damals war das Vorgehen des sozialen Netzwerks kaum nachvollziehbar, heute jedoch kennen wir den Grund: Der Facebook Messenger wird eine eigenständige Plattform und wurde deshalb aus der Facebook-App verbannt. Wie so oft im Leben enthüllt sich die Logik eines angeblich irrationalen Verhaltens also erst in der Rückblende.

Facebook Messenger: App Store und Drittanbieter-Apps

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Auf der F8, der Entwicklerkonferenz des Social Network-Riesen, sind die Pläne in San Francisco vorgestellt worden. Der Messenger soll, so der Plan Zuckerbergs, seine Anfänge als schnödes Chat-Tool hinter sich lassen und zu einer mächtigen Plattform hochgezüchtet werden. Was braucht eine Plattform wie die Luft zum Atmen? Natürlich Apps. Insgesamt 40 Anwendungen wird es zum Start geben. Dazu gehören, zumindest in den USA, so bekannte Namen wie ESPN oder der Meme Generator. Über ein SDK (Software Development Kit) können die Apps ihren Content dann direkt in den Messenger integrieren. Sollten also zwei Sportfreunde in Zukunft über den Messenger quatschen, um ein profanes Beispiel zu bringen, können sie sich dank der ESPN-Integration direkt die Spielergebnisse ihrer Lieblingsmannschaften senden. Das SDK unterstützt dabei folgende Formate: GIF, JPEG, MP4, WebP und PNG.

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Ziel ist es offensichtlich, die mehr als 600 Millionen Nutzer, die der Facebook Messenger aktuell zählt, möglichst lange auf der Plattform zu halten. Dazu wird ihnen die Bedienung so einfach und bequem wie möglich gemacht. Der App Store, der die kompatiblen Anwendungen auflistet, ist etwa direkt im Messenger integriert und über einen Klick können sich Nutzer die Apps herunterladen, die ihre Freunde nutzen.

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Weg von der E-Mail, hin zum Facebook Messenger

Mit „Business on Messenger“ nimmt Facebook außerdem Unternehmen ins Visier. Diese sollen, so die Vorstellung von Facebook, die Korrespondenz mit ihren Nutzern auf den Messenger übertragen. Im Messenger soll es beispielsweise Versandbestätigungen geben, das Tracking von Bestellungen oder auch Reklamationen. Klassischer Kundensupport also. Statt wie bisher dazu E-Mails zu nutzen, soll der Facebook Messenger das alles in einer einzigen, kontinuierlichen Unterhaltung bieten.

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Die Integration von Drittanbieter-Apps soll laut Facebook unverzüglich beginnen, demnach wird es wohl in den nächsten Tagen oder Wochen ein Update der App geben. Beim Ziel, mit „Business on Messenger“ sich in die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden zu schalten, geht das soziale Netzwerk aber vorsichtiger vor und hat noch keine tiefergehenden Details veröffentlicht.

Mit dem Ausbau des Messengers zur Plattform ergibt dann auch der Kauf von WhatsApp wieder etwas mehr Sinn. Bisher überschneiden sich beide Messenger in ihrer Funktionalität noch deutlich. In Zukunft dürfte sich der Messenger aber wohl eher auf Unternehmen und die Monetarisierung ihrer externen Inhalte konzentrieren, während WhatsApp bis auf Weiteres seinen Wurzeln treu bleibt und der Kommunikation zwischen Privatnutzern dient.

Quelle: Facebook

Weitere Themen: WhatsApp APK, Facebook Messenger Beta, Facebook Messenger, Facebook Lite, Facebook

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