Facebook: Download von mehr Nutzerdaten möglich

Hüseyin Öztürk
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Das soziale Netzwerk Facebook hat die Selbstauskunft erweitert und angekündigt, dass sich Nutzer nun ein umfassenderes Archiv ihrer gespeicherten Daten auf den Rechner herunterladen können. Die Funktion “Lade deine Informationen herunter” erreicht man über die Kontoeinstellungen in seinem Account.

Facebook: Download von mehr Nutzerdaten möglich

Bereits seit 2010 steht diese Funktion den Nutzern auf Facebook zur Verfügung. Bisher konnte man unter anderem Daten wie Nachrichten, Fotos, Beiträge, Chat-Gespräche und Freundeslisten herunterladen. Durch die Erweiterung können nun weitere Informationen auf der eigenen Festplatte gesichert werden. Die Kollegen von Heise Online haben die entsprechenden Daten, die künftig zur Verfügung stehen, als Liste veröffentlicht:

  • vorherige Namen
  • erhaltene und gesendete Freundschaftsanfragen, die nicht bestätigt wurden
  • Einstellungen zur Sichtbarkeit des Geburtstages
  • aktuelle Einstellungen zu Wohn- und Geburtsort
  • Informationen zu Veranstaltungen, die akzeptiert, abgelehnt oder zu denen Kommentare gepostet wurden
  • Daten zur Erstellung sowie Re- und Deaktivierung des Kontos
  • Log-In- und Log-Out-Informationen – Daten der IP Adressen, von denen sich ausgeloggt wurde
  • Sprachen – Informationen über Sprachen, die angegeben wurden
  • Familienangaben – Informationen über Menschen, die als Familienmitglieder angegeben wurden
  • Infos zum Anstupsen (“Pokes”)
  • Infos zum Beziehungsstatus inklusive alter Angaben zum Beziehungsstatus
  • Mobiltelefonnummern
  • Datr-Cookie Informationen

Wer die Funktion über die Kontoeinstellungen aufruft und das erweiterte Archiv herunterladen möchte, muss erneut sein Passwort eingeben. Je nach Umfang der Daten kann es eine Weile dauern, bis alle Informationen zusammengefasst wurden. Facebook informiert die User per Mail, sobald das Archiv zum Download bereit ist. Die erweiterte Funktion soll allen Nutzern auf Facebook nach und nach zur Verfügung stehen.

Wie die Webseite derStandard berichtet, begrüße die Organisation Europe vs. Facebook den eingeschlagenen Weg, aber auch die erweiterte Lösung wäre noch sehr weit weg von den gesetzlichen Regelungen. Insgesamt würde Facebook mindestens 84 Datenkategorien über jeden Nutzer speichern, wohingegen das Download-Tool nur 39 dieser Datenkategorien enthalten würde. Zudem kritisiert man, dass man eine wahre Schnitzeljagd veranstalten müsste, um auch an alle Daten heranzukommen. Falls Facebook der Forderung nach mehr Transparenz nicht nachkommen sollte, würde man auch eine Klage auf EU-Ebene in Betracht ziehen.

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Weitere Themen: Facebook Lite, Facebook

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