Facebook Skandal - Student Max Schrems deckt Umgang mit privaten Nutzerdaten auf

Tobias Heidemann
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David gegen Goliath – dieser Vergleich drängt sich sofort auf, wenn man die Geschichte des Wiener Studenten Max Schrems hört. Zusammen mit einigen Kommilitonen hat er den Unternehmensgiganten Facebook in Irland angezeigt. Dort hat Facebook seinen europäischen Firmensitz. Bei der zuständigen Datenschutzbehörde gingen 22 Anklagen von Schrems und seinen Mitstreitern gegen das soziale Netzwerk ein. Der Grund: Der dreiundzwanzigjährige Student ist an seine persönlichen Nutzerdaten gelangt – 1200 Din A-4 Seiten hat Facebook allein über Max gesammelt.

Facebook Skandal  - Student Max Schrems deckt Umgang mit privaten Nutzerdaten auf

Vielen war es bereits klar, doch Max Schrems hat es nun schwarz auf weiß. Das soziale Netzwerk Facebook speichert unsere Daten über Jahre hinweg – sogar die von Nutzern, die alles tun, um ihr Profil zu löschen.

Gegenüber jetzt.de sagte Schrems: “Facebook speichert einfach alles, egal, ob der Nutzer das bereits gelöscht hat. Das ist unserer Meinung nach ein totaler Skandal. Denn wir als Nutzer haben zwar die Aufgabe, Content zu liefern. Macht darüber haben wir aber nicht, sondern nur das Unternehmen.”

Der Student aus Wien befasst sich im Rahmen eines Studienprojektes schon länger mit dem Thema Datenschutz bei Facebook. Dank seiner Beharrlichkeit war es vor kurzem gelungen, Facebook zu zwingen, ihm eine Auflistung seiner Daten zu schicken. Schrems hatte Erfolgt und bekam eine CD von Facebook. Umfang und Qualität der Datensammlung erstaunten ihn: “Als ich dann aber diese 1.200 Seiten hatte, da war ich doch schockiert. Alles wurde gespeichert – alle Nachrichten, alle Chats inklusive sensiblen Informationen über Freunde.”

Mittlerweile wurde bekannt, dass die zuständige Behörde in Irland die Anklage sehr ernste nehme. Wir dürften also demnächst noch von Max hören. Wer das ganze Interview mit jetzt.de lesen möchte, folgt diesem Link.

Weitere Themen: Facebook Lite, Facebook

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