Fünfmal schneller als Tippen: Facebook will unsere Gedanken lesen

Stefan Bubeck
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Ein Forscherteam bei Facebook arbeitet daran, dass wir zukünftig per Gedankenkraft 100 Wörter pro Minute an Computer übermitteln können.

Fünfmal schneller als Tippen: Facebook will unsere Gedanken lesen

Facebooks Entwicklerkonferenz F8 in San Jose gibt uns auch dieses Jahr wieder einen Ausblick auf das, was der US-Konzern für die Zukunft in petto hat. Darunter sind sehr konkrete Ankündigungen, wie beispielsweise die 360-Grad-Ballkameras x24 und x6, die Virtual-Reality-Anwendung Spaces, die Integration von Musikdiensten in den Messenger – aber auch abstrakte Forschungsthemen, wie die Entwicklung einer Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Mensch-Maschine-Schnittstelle: 60 Forscher bei Facebook arbeiten an Technik zum Gedankenlesen

Was geht in der Facebook-Abteilung „Building 8“ vor sich? Hier entwickeln Experten innovative Zukunftsvisionen und Science-Fiction-Hardware – unter der Leitung von Regina Dugan, einer ehemaligen Direktorin der DARPA (Forschungsgruppe des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums). Die Chefin persönlich verkündete nun auf der F8, dass Facebook an einer Gehirnschnittstelle arbeite. Der Computer soll unsere Gedanken lesen können, sodass wir nur an etwas denken müssen, um etwa einen Satz zu formulieren. Tippen war gestern, in Zukunft wird einfach nur gedacht.

Gedankenlesende Computersysteme? Das funktioniert heute schon, wenngleich noch sehr langsam. Dugan erwähnt eine gelähmte Frau, die acht Wörter pro Minute schreiben kann, ermöglicht durch „bohnengroße“ Elektroden im Gehirn, die gemessene Aktivitäten in Buchstaben übersetzen können. Das menschliche Gehirn erzeuge rund ein Terabyte Daten pro Sekunde, da sind die wenigen Worte nur ein kleiner Bruchteil des theoretisch Möglichen. Das nächste Ziel bei Facebook ist eine Technik, die das Erfassen von 100 Wörtern pro Minute ermöglicht. Wir sollen fünfmal schneller Daten per Gedankenkraft eingeben können, als beim Tippen per Smartphone – „in wenigen Jahren“ soll es soweit sein. Dugan stellt „Hilfe für behinderte Personen“ sowie „die Fähigkeit, Freunden zu schreiben, ohne sein Telefon zu nutzen“ in Aussicht.

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Facebook Spaces: Virtuelle Realität mit Freunden

Noch ist die benötigte Technologie nicht fertig, aber es arbeiten über 60 Forscher bei Facebook daran. All das ist spannend, aber auch furchterregend, wie Dugan am Ende ihrer Keynote erläutert. Facebook ist nicht der einzige Konzern, der sich mit dem Thema Mensch-Maschine-Schnittstelle beschäftigt und versucht, direkt an unsere Gedanken heran zu kommen. Tesla-Boss und Milliardär Elon Musk hat kürzlich „Neuralink“ gegründet – die Absichten dürften in die gleiche Richtung gehen.

Quellen: Facebook, Futurism

Weitere Themen: Forschung und Wissenschaft , Facebook Lite, Facebook

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