Facebook droht Arbeitgebern, die nach Passwörtern fragen

Hüseyin Öztürk
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Nachdem in den letzten Monaten Beschwerden über Arbeitgeber in den USA zugenommen hätten, die von ihren zukünftigen Angestellten die Herausgabe ihrer Zugangsdaten für Facebook verlangen würden, hat jetzt das soziale Netzwerk angekündigt, gegen diese Praxis vorgehen zu wollen, um ihre Nutzer zu schützen.

Facebook droht Arbeitgebern, die nach Passwörtern fragen

In einem Blog-Beitrag hat Erin Egan, verantwortlicher Manager für den Bereich Datenschutz bei Facebook, sich zu diesem Thema geäußert und Unternehmen davor gewarnt, die Login-Daten von Nutzern des sozialen Netzwerks zu verlangen. Falls die Unternehmen von diesem Vorgehen keinen Abstand nehmen würden, würde man auch rechtliche Schritte in Erwägung ziehen. Wie Mashable und die Nachrichtenagentur AP berichten, sollen Job-Suchende von einigen Arbeitgebern dazu gedrängt worden sein, sich während des Bewerbungsgesprächs ins eigene Facebook-Profil einzuloggen oder die Zugangsdaten preiszugeben, damit diese sich ein genaueres Bild vom Bewerber machen können.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, sollen einige Abgeordnete aus mehreren Bundesstaaten mit einem gesetzlichem Verbot gedroht haben. In Kalifornien wurde bereits ein entsprechender Entwurf durch den Senator Leland Yee ins Parlament eingebracht. Zwar hätten Arbeitgeber das Recht Fragen zur beruflichen Leistung eines Bewerbers zu stellen, aber ohne die Privatsphäre zu verletzen. Laut Erin Egan wäre die Zahl entsprechender Berichte inzwischen besorgniserregend. Nach seiner Meinung sollte niemand dazu gezwungen werden, private Informationen preisgeben zu müssen, um angestellt zu werden.

Langsam aber sicher nimmt das Spionage-Bedürfnis vieler Unternehmen absurde Züge an. Nur weil man die Möglichkeit hat, private Informationen über jemanden in Erfahrung zu bringen, heißt es noch lange nicht, dass es rechtlich oder moralisch in Ordnung geht. Es geht keinen Arbeitgeber etwas an, welche politische Überzeugung man hat, was man in seiner Freizeit unternimmt oder sonstige privaten Details. Bereits jetzt werden viele Bewerber nicht nur aufgrund ihrer Leistung beurteilt und sollte man diesem Vorgehen keinen Riegel vorschieben, geht nicht nur wieder ein Stück Privatsphäre verloren, sondern wird sich sicherlich auch negativ auf die sozialen Netzwerke auswirken. Wer will schließlich noch auf Facebook angemeldet sein, wenn man damit rechnen muss, seine privaten Informationen preisgeben zu müssen. Zwar spielt sich Facebook, nicht uneigennützig, hier als Anwalt der Nutzer auf, aber selbst nehmen sie es auch nicht so genau mit dem Datenschutz, wie wir es in jüngster Zeit wieder erleben durften.

Facebook

  • Katia Giese

    Investoren juckt es in den Fingern, wenn sie an den Börsengang des erfolgreichen sozialen Netzwerks Facebook denken. Schon in der kommenden Woche könnten die entsprechenden Unterlagen eingereicht werden. Bei dem IPO wird ein Volumen von bis zu 100 Milliarden...

Weitere Themen: Facebook Lite, Facebook

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