Anmelden bei Facebook: Wie es gemacht wird und was man bedenken muss

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Angeblich ist ja die ganze Welt bei Facebook. Doch das kann nicht sein, weil sich ja schließlich jeden Tag auch Leute bei Facebook neu anmelden. Hier mal ein kleiner Facebook-Reiseführer, der helfen soll, die ersten Klippen zu umschiffen.

Anmelden bei Facebook: Wie es gemacht wird und was man bedenken muss

Grundsätzlich darf sich jeder bei Facebook anmelden, der mindestens 13 Jahre alt ist. Aber da die einzige Alterskontrolle darin besteht, das Geburtsdatum angeben zu müssen, tummeln sich auch viele Jüngere dort. Doch egal wie alt man ist, der Anmeldevorgang ist derselbe – und die Gefahren sind es auch.

Facebook-Alternativen im Überblick

Anmelden bei Facebook – die ersten Schritte

Auf der Startseite von Facebook kann man sich entweder registrieren oder mit einem vorhandenen Login anmelden. Diese erste Facebook-Anmeldung erfordert nicht viel. Ein Name muss dort angegeben werden. Außerdem eine gültige E-Mailadresse, ein Passwort und das Geburtsdatum. Im Grunde muss keine dieser Angaben wahr sein, auch wenn man mit der Anmeldung die AGB akzeptiert, die das eigentlich vorschreiben. Nur die E-Mailadresse muss stimmen, denn die wird für eine Kontobestätigung sowie einige andere Überprüfungen benötigt.

Im nächsten Schritt landet man auf einer Seite, bei der man einige Etappen durchlaufen muss, um sein Profil zu verbessern und zu verfeinern. Zuerst sollen wir durch die Eingabe unserer Mailadresse Freunde suchen. Dabei greift Facebook auf die Mailkonten zu, liest die Kontaktlisten und vergleicht sie mit bereits angemeldeten Mitgliedern. Das ist eine Möglichkeit, dort automatisch Freunde ausfindig zu machen.

Auch der zweite Schritt dient dazu, eventuell Gleichgesinnte, Bekannte oder Freunde zu finden. Denn hier kann der Facebook-Neuling angeben, wo er zur Schule ging, welche Uni er besuchte, wo er arbeitet und derzeit wohnt sowie seine Heimatstadt. All das dienst zum einen natürlich der Freundesuche. Zum anderen sind das wichtige Angaben für das Facebook-Marketing. Auf diese Weise kann Facebook beispielsweise mit Informationen darüber handeln, wo jemand wohnt und ihm regionale Werbung präsentieren. Und damit sind wir schon an einer kritischen Stelle bei Facebook gelandet: Datenhandel und Informationssammlung.

Vorsicht! Facebook und der Datenhandel

Wenn man sich neu bei Facebook anmeldet, dann ist die Versuchung groß, ganz viele Informationen über sich ins Netz zu stellen. Kurz nach der Anmeldung weiß Facebook im Idealfall bereits viel über uns. Der Dienst kennt unseren Namen, unser Geburtsdatum und weiß, wo wir wohnen. Er hat Zugang zu unserem Mailanbieter bekommen und weiß, mit wem wir befreundet sind. Er kennt unsere Schullaufbahn und weiß auch, wo wir inzwischen arbeiten oder studieren. Es ist ein Irrglaube, dass Facebook kostenlos ist. Wir bezahlen mit unseren Daten!

Und nicht nur das. Wenn wir nicht vorsichtig sind, stellen wir unsere Daten auch dem gesamten Internet zur Verfügung. Jeder kann unsere Fotos sehen. Man findet uns in Suchmaschinen. Unsere persönliche Meinung zum Weltgeschehen ist Teil unserer Postings bei Facebook. Arbeitgeber nutzen des Dienst als Informationsquelle. Es hat bereits Kündigungen gegeben, weil ich jemand bei Facebook negativ über seinen Arbeitgeber äußerte und es jeder sehen konnte. Aber selbst vermeintlich harmlose Dinge können einem hier den Hals brechen: Hat ein Bewerber in den letzten Monaten über den ganzen Tag verteilt bei Facebook gepostet, obwohl er doch eigentlich zu dieser Zeit arbeiten sollte?

Bei aller Euphorie sollte man nur das Nötigste bei Facebook angeben und vor allem die Facebook Einstellungen der Privatsphäre sehr gründlich durcharbeiten. Wer bekommt was zu sehen? Was ist unbedingt nötig, um mich zu finden? Will ich das überhaupt? Der Euphemismus “Freunde” soll bei Facebook verschleiern, dass man sich oft mit Dutzenden von Personen vernetzt, mit denen man nicht mal am Telefon auch nur ein Wort gewechselt hat. Erwachsene nutzen diese Facebookfunktion meist viel verantwortlicher als die Jugendlichen, bei denen die Zahl der “unsichtbaren Freunde” schon mal in die Tausende geht.

Aber aus allem was wir tun, was uns “gefällt”, wozu wir uns äußern, zieht Facebook einen Nutzen. Daraus lässt sich wunderbar ein Profil erstellen, für das Marketingunternehmen bares Geld bezahlen. Facebook kann dieses Profil nach den Wünschen der Werbetreibenden sortieren und anbieten: 30.000 Studenten im Einzugsbereich Köln? Arbeitnehmer zwischen 25 und 50 in Süddeutschland? Frauen mit Kindern in Ostdeutschland? Kein Problem. Facebook kann liefern – wir haben ihnen diese Infos ja gegeben. Und wenn wir brav sind, dann schenken wir Facebook noch weitere Informationen. All das im Glauben, damit unser Profil interessanter zu machen. Und wir bekommen auf der Profilseite ja schon gesagt, was Facebook von uns will:

  • Füge Musik hinzu, die dir gefällt
  • Füge Filme hinzu, die du gesehen hast
  • Füge Fernsehsendungen hinzu, die du gesehen hast
  • Füge Bücher hinzu, die du gelesen hast

Auch wenn wir alles so einstellen, dass nur die besten Freunde diese Infos sehen können – Facebook hat sie, wird sie verkaufen und für Werbung nutzen.

Bei Facebook anmelden: Privatsphäre

Die Facebook Anmeldung ist abgeschlossen, wir haben bereits ein Foto hochgeladen. Vielleicht sogar schon Freunde gefunden und uns etwas umgesehen. Jetzt sollte es umgehend an den Feinschliff gehen und selbst Facebook weist den Neuling darauf hin.

Facebook liegt an einer möglichst großen Verbreitung seiner Inhalte und einer maximalen Erreichbarkeit aller Seiten. Darum sind die Grundeinstellungen so gewählt, dass jeder direkt nach seiner Facebook Anmeldung eine öffentliche Person wird. Jeder kann ihn in den Suchmaschinen finden. Alle Bilder, Äußerungen und sonstigen Schritte können von jedermann gesehen werden. Man sollte sich schon von Anfang an gut überlegen, wer einen Einblick in die direkten oder indirekten Facebook-Aktivitäten bekommen soll.

Oben rechts im Facebook-Fenster befindet sich ein Icon, das wie ein Vorhängeschloss vor drei Linien aussieht. Ein Klick darauf öffnet die Facebook-Privatsphäre-Einstellungen. Es gibt erst einmal keine wichtigeren Einstellungen bei Facebook! Hier entscheidet sich, was andere von uns zu sehen bekommen. Was man wirklich von sich öffentlich preisgibt, hängt ja stark vom eigenen Trieb zur Selbstdarstellung ab. Nicht umsonst gilt die Floskel, dass viele Leute online eine interessanteres Leben führen, als in Ihrer Wirklichkeit. Dennoch ist ein gutes Prinzip, die verschiedenen Genehmigungen maximal auf bestätigte Freunde zu erstrecken. Lockern kann man das immer noch. Aber es ist unbestreitbar so, dass es leichter ist, dem Internet etwas hinzuzufügen, als etwas zu entfernen.

Empfehlenswert ist es also, alle Beiträge nur seinen Freunden sichtbar zu machen. Neue Freundesanfragen sollte man auch zu Anfang nur von Leuten annehmen, die zumindest bereits mit anderen Freunden befreundet sind. Auch die Auffindbarkeit der eigenen Person aufgrund von E-Mailadressen oder Telefonnummern sollte man auf seine Freunde beschränken. Und die Suchmaschinensichtbarkeit am besten ganz deaktivieren. Schließlich können ja die Freunde von Freunden uns bei Facebook bereits finden und andere bekommen sowieso nichts zu sehen.

Hat man diese Einstellungen angepasst, ist man noch lange nicht fertig! Denn Facebook hat noch andere Bereiche, in denen sich verräterische Informationen befinden. Klickt man oben auf seinen eigenen Facebook-Benutzernamen, so öffnet sich das eigene Profil. Neben dem Profilbild gibt es einen Link zur Infoseite. Hier sammelt Facebook viele Angaben, um sie anderen zu präsentieren (und natürlich, um sie zur Vermarktung zu nutzen!). Man wird überrascht feststellen, was sich da bereits alles angesammelt hat und im Laufe der Zeit noch ansammelt.

An jedem der angezeigten Bereiche gibt es einen Button namens “Bearbeiten”. Hier öffnet sich dann jeweils ein Einstellungsfenster, bei dem man verschiedene Genehmigungen vergeben kann. Meist stehen die Infos bereits auf “Öffentlich” und das bedeutet, jeder Besucher dieses Facebook-Profilskann sie sehen. Mit “Nur ich” wird die Anzeige nach außen ganz abgestellt. “Nur Freunde” sorgt dafür, dass nur diejenigen das zu sehen bekommen, mit denen wir befreundet sind. Und auch das lässt sich noch eingrenzen, wenn man seine Freunde in Listen verteilt. Die Sichtbarkeit für die Liste “Enge Freunde” sorgt z.B. dafür, dass nicht alle Freunde diese Informationen zu sehen bekommen, sondern nur jene, die man in die Liste “Enge Freunde” aufgenommen hat. Wenn man sich mit diesen Optionen etwas beschäftigt, wird man schnell sehen, dass man die Sichtbarkeit seines Facebook-Profils gut anpassen kann.

Ein Facebook Account wieder löschen

Man kann sein Facebook Konto natürlich auch wieder löschen. Wahlweise auch einfach nur deaktivieren. In dem Fall bleiben aber alle persönlichen Daten und viele private Hinwiese erhalten. Darum habe ich eine kleine Anleitung geschrieben, wie man seine Facebook Daten sichern und das Facebook Konto löschen kann.

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