Fair Labor Association veröffentlicht Report über Arbeitszustände bei Foxconn

Am 13. Februar begann die Fair Labor Association (FLA) im Auftrag von Apple mit den Untersuchungen des chinesischen Herstellers Foxconn, der für das kalifornische Unternehmen unter anderem das iPad baut. Der nun veröffentlichte Report offenbart viele Diskrepanzen im Umgang von Foxconn mit seinen Mitarbeitern.

Fair Labor Association veröffentlicht Report über Arbeitszustände bei Foxconn

Im Rahmen der Untersuchungen befragte die Organisation 35,500 zufällig ausgesuchte Foxconn-Mitarbeiter und sprach mit den Mitarbeitern und Managern innerhalb und außerhalb des Konzerns. Geprüft wurden auch die Unternehmens-Richtlinien sowie die vorhandenen Dokumente bezüglich Bezahlung, Arbeitszeiten und Mitarbeiter-Daten. Untersucht wurden drei Produktionsstätten des Unternehmens in China.

Der Report, welcher von der Website der Fair Labor Association heruntergeladen und eingesehen werden kann, brachte dabei unter anderem “extreme Überstunden, Probleme mit der Überstundenvergütung, mehrere Sicherheits- und Gesundheitsrisiken und entscheidende Kommunikationslücken, die zu einem Gefühl von unsicheren Arbeitsbedingungen unter den Arbeitern geführt haben” zu Tage.

Dem Report ist unter anderem zu entnehmen, dass man während der rund einmonatigen Untersuchungen mindestens 50 Verstöße gegen den FLA Code und das chinesische Arbeitsrecht entdeckt habe. So mussten die Arbeiter zu Spitzenzeiten mehr als 7 Tage am Stück arbeiten, ohne dass ihnen die gesetzlich vorgeschriebene 24-stündige Pause erlaubt war. Als Gegenmaßnahme hat Foxconn zugestimmt, bis zum 1. Juli 2013 das Problem durch Einstellung weiterer Arbeitskräfte, bei gleichzeitiger Sicherung der Einkommen, zu lösen. In den kommenden Monaten sollen mehrere zehntausend neue Mitarbeiter angestellt, angelernt und untergebracht werden. Dadurch sollen die Arbeitszeiten pro Mitarbeiter gesenkt werden.

Umfragen unter den Mitarbeitern haben des Weiteren ergeben, dass sie sich bezüglich ihrer Sicherheit und Gesundheit sorgen machen. Weiterhin besteht speziell Angst im Umgang mit Aluminiumstaub, welcher bereits mehrfach als Grund für Explosionen bei den chinesischen Lieferanten ausgemacht wurde. Die Situation habe sich seitdem ein wenig verbessert, in Zukunft will man die Vorfälle in den Fabriken aber genauer dokumentieren und strengere Sicherheitsrichtlinien implementieren.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter stand ebenfalls unter keinem guten Stern. Viele Arbeiter hatten das Gefühl, dass sich das Management nicht um Gesundheits- oder Sicherheits-Probleme interessiere. Die vorhandenen Arbeitnehmervereinigungen seien nicht repräsentativ, da die Mitglieder häufig vom Management bestimmt worden seien. Dies soll sich ebenfalls ändern. So hat Foxconn zugestimmt, dass es in Zukunft Wahlen darüber geben soll, wer die Arbeitnehmer repräsentieren soll. Neue Mitarbeiter sollen im Rahmen ihrer Trainings über diese Vereinigungen und deren Aktivitäten informiert werden.

Auch bezüglich der Bezahlung gab es Kritik durch die FLA. Während Foxconn seine Mitarbeiter besser bezahlt als es durchschnittlich in China der Fall ist, wurde im Rahmen der Untersuchungen festgestellt, dass 14 Prozent der Mitarbeiter unzureichend für ihre Überstunden entlohnt wurden. Darüberhinaus einigte man sich mit Foxconn, dass Probleme bei der sozialen Absicherung in Zusammenarbeit mit der Regierung genauer untersucht und gelöst werden sollen.

Vorgeschichte

Apple war in den vergangenen Monaten immer wieder aufgrund der Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Partnern unter Beschuss gekommen. Im Januar hatte der iPhone-Hersteller daher bekannt gegeben, dass er mit der FLA zusammenarbeiten werde. Die Organisation begann daraufhin mit ihren Untersuchungen Mitte Februar bei Foxconn in China.

Die Fair Labor Association geriet während ihrer Prüfungen wiederholt ins Kreuzfeuer anderer Menschenrechtsorganisationen. So wurde ihnen unter anderem mangelnde Effektivität vorgeworfen.

Die FLA wird den Fortschritt der gefundenen Probleme weiterhin regelmäßig kontrollieren und veröffentlichen. Apple hat sich dazu verpflichtet, dass die FLA-Richtlinien bei den Lieferanten eingehalten werden. Die Untersuchungen bei Foxconn waren nur der Anfang, die Prüfungen anderer Zulieferer werden in Zukunft folgen.

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