Apple und die Elektronik-Produktion in Foxconn City

Holger Eilhard
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Immer wieder gibt es Diskussionen um die Wahl der westlichen Elektronikkonzerne ihre Gadgets in China und den dortigen Fabrik-Städten fertigen zu lassen. Ein ausführlicher Artikel der New York Times zeigt nun am Beispiel Apple warum diese Entscheidung immer häufiger getroffen wird.

Apple und die Elektronik-Produktion in Foxconn City

Ein wichtiger Grund für die Wahl von China als Standort für die Elektronik-Produktion sind der New York Times zufolge nicht etwa nur die Personalkosten, sondern die Flexibilität der dortigen Unternehmen. Die Mitarbeiter leben direkt bei den Fabriken und können so im Falle einer Änderung der Produktion oder dem Start einer völlig neuen Produktlinie in kürzester Zeit die gewünschten Aufgaben ausführen.

“Ich will kein Produkt verkaufen, welches verkratzt”

Die New York Times hatte unter anderem Kontakt zu einigen hochrangigen Apple-Angestellten, deren Identität natürlich nicht genannt wird. Durch diesen direkt Kontakt konnten einige bislang unbekannte Details ans Licht gebracht werden.

Als Beispiel wird Apples Entscheidung genannt, das Display des ersten iPhone in der letzten Minute vor Produktionsbeginn aus Glas statt Plastik zu produzieren. Steve Jobs hatte für mehrere Wochen einen Prototypen des Geräts in seinen Taschen. An einem Tag ruf er einige seiner Manager zu sich, um ihnen das stark verkratzte Kunststoff-Display zu zeigen. Seine Worte: “Ich will kein Produkt verkaufen, welches verkratzt.” “Ich will ein Glas-Display und es soll in 6 Wochen perfekt sein.”

Es dauerte rund einen Monat bis Apples Ingenieure die Fertigung der benötigten Glas-Scheiben perfektionierten und diese bei den Foxconn-Fabriken in China angeliefert wurden. Die erste Lieferung sei mitten in der Nacht eingetroffen, woraufhin die Mitarbeiter geweckt wurden und sich binnen weniger Minuten am Fließband vorfanden, um mit der Fertigung des iPhone zu beginnen. In drei Monaten konnte Apple eine Million iPhones verkaufen.

Foxconn City

Während Apple vor wenigen Jahren stolz darauf war, dass ihre Produkte in den USA gefertigt wurden, ist dies heutzutage nur noch selten der Fall. Während einige wenige Bauteile weiterhin aus den Vereinigten Staaten und anderen Ländern kommen, erfolgt die finale Fertigung in Fernost, zum Beispiel in der im Artikel angesprochenen “Foxconn City“. Foxconn ist einer der größten Elektronik-Hersteller und produziert nicht nur für Apple sondern unter anderem auch für Amazon, Dell, Hewlett-Packard, Motorola, Nintendo, Nokia, Samsung und Sony.

In Chinas “Foxconn City” leben mehr als 230.000 Mitarbeiter des Elektronik-Giganten, von denen viele 6 Tage pro Woche für einen Lohn von weniger als 17 US-Dollar pro Tag arbeiten. Es wird geschätzt, dass Foxconn Technology in seinen Fabriken weltweit rund 40 Prozent aller elektronischen Konsumgüter herstellt.

Der Artikel der New York Times zeigt eindrucksvoll, warum sich nicht nur Apple für die Produktion in China entscheidet und mit welchen Problemen Länder wie die USA zu kämpfen haben, wenn es um den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geht. Statt monatelang nach den geeigneten Arbeitskräften für ein Projekt zu suchen, gelingt dies in den Fabrik-Städten Chinas binnen weniger Tage.

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