Foxconn-Mitarbeiter packen aus: iPhone-Endmontage? Nein, lieber Jeans verkaufen

Foxconn baut die iPhones für Apple zusammen. Dass die Arbeitsbedingungen alles andere als gut sind, ist bekannt. In den letzten Jahren nahmen sich ein paar Mitarbeiter sogar das Leben. Die Unternehmen versprachen Verbesserungen. Der Schweizer Radiosender DRS1 hat Arbeiter zu der aktuellen Situation befragt.

Foxconn-Mitarbeiter packen aus: iPhone-Endmontage? Nein, lieber Jeans verkaufen

Die Foxconn-Werke sind streng gesichert, und die Mitarbeiter dürfen eigentlich nichts über ihre Arbeit erzählen. Kein Wunder, denn schließlich wird in den chinesischen Werken in Zhengzhou das iPhone gefertigt. Und Apple ist stets um Geheimhaltung bemüht, von neuen Produkten soll im Vorfeld möglichst wenig an die Öffentlichkeit dringen.

Der Asienkorrespondent  Urs Morf von DRS1 hätte trotzdem keine Probleme gehabt, auf den Straßen Foxconn-Mitarbeiter vor sein Mikrofon zu bekommen.

Die Stimmen der Arbeiter fielen unterschiedlich aus, von unbefriedigt bis fast schon euphorisch, mit der Vorfreude auf neue iPhone-Modelle – die sich die Angestellten aber nicht leisten können.

Drastische Anklagen gegenüber ihrem Arbeitgeber gibt es nicht, die Chinesen geben sich genügsam: In den Arbeitsunterkünften müssen acht Angestellte in einem Zimmer übernachten. „Doch das Zimmer ist sauber und hat sogar eine Klimaanlage“, so eine Befragte gegenüber dem Reporter.

Kritisch äußern sich die Angestellten jedoch über den niedrigen Lohn. Der reiche zwar zum Leben, aber nicht zum Sparen oder Versorgung einer Familie. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen hat Foxconn die Überstunden eingeschränkt – was zur Folge hat, dass die Angestellten nicht mehr durch Mehrarbeit das Portmonee füllen können.

Krawalle sind die eine Methode, um auf die Zustände aufmerksam zu machen. Anfang des Jahres drohten Mitarbeiter einen Massensuizid an, erst im Juni gab es einen Aufstand in der Herberge der Arbeiter. Die Mehrheit wählt den Jobwechsel: Die meisten Mitarbeiter bleiben nicht länger als zwei Jahre in den Fabriken. Ein ehemaliger Angestellter sagte im Radio, dass er schon nach sechs Monaten wieder ging und lieber Jeans verkaufe, anstatt in der iPhone-Endmontage zu arbeiten.

Auf der Webseite von DRS1 steht der siebenminütige Radiobeitrag über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn zum Nachhören.

Dank an Jann für den Tipp!

iPhone-Display kaputt? Akku zu schnell leer? Kein Problem: Display oder Akku selbst tauschen mit den Komplettsets zur iPhone-Display-Reparatur oder dem iPhone-Akku-Wechsel von GIGA & Fixxoo!

Weitere Themen: Foxconn

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz