Schwindende Apple-Aufträge: Foxconn flüchtet in eigene Zubehörlinie

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Der Zulieferer Foxconn, Monteur diverser Apple-Geräte, will nun in Eigenregie Zubehör, Inhalte und Dienste anbieten. Das Unternehmen werde komplett neue Geschäftszweige für sich erschließen, heißt es. Möglicherweise ist ein Rückgang bei Apples Aufträgen der Grund.

Apple ist der größte Auftraggeber für Foxconn. Analysten schätzen das Volumen der Bestellungen aus Cupertino auf etwa 50 Prozent der Gesamtumsätze ein. Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte ein hochrangiger Angestellter jedoch, dass „die Bestellungen bestehender Großkunden nicht mehr so stark wachsen“. Deswegen habe man begonnen, neue Kunden zu suchen und die eigenen Kapazitäten anderweitig einzusetzen.

Hierzu gehöre einerseits, dass man mit verschiedenen Asiatischen Fernsehanstalten kooperiere und für sie Hardware fertige. Teilweise umfassen diese Verträge auch die Bereitstellung von Inhalten.

Das Ziel, so das WSJ, sei es, für jedes Gerät, das Foxconn baut, auch Inhalte zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck stelle das Unternehmen derzeit Software-Entwickler für ein Forschungszentrum im Süden Taiwans ein. Dort werde an neuen Cloud-Diensten, mobilen Apps und Smartwatch-Programmen gefeilt.

Auch eigene Zubehörprodukte gehören zu den Plänen. So wolle Foxconn selbst Übertragungskabel, Kopfhörer, Tastaturen und ähnliches anbieten. „Wir planen außerdem, Apples Technologie zu lizenzieren, um unter eigener Marke Zubehör herzustellen, das mit iPhones und iPads kompatibel ist“, so die anonymen Quellen aus der Führungsetage.

Mit dieser Strategie wolle Foxconn mehr Wert aus den eigenen Kapazitäten schöpfen. Ein Rückgang der Bestellungen, die bisher immer für ausreichende Auslastung sorgen konnten, wird von manchen Analysten Apple angelastet.

Offiziell wurden diese Pläne nur in Teilen bestätigt. Ja, man wolle sich breiter aufstellen. Ja, man investiere stärker in Software und Inhalte. Weitere Details gibt es aber vom Mutterkonzern Hon Hai nicht.

Foxconn traut sich damit auf einen reich gefüllten Markt. Das Unternehmen verfügt allerdings über eine Menge Erfahrung und enorme Kapazitäten — nicht zuletzt auch dank der stetigen Vertragsbeziehungen zu Apple, HP, Sony und anderen. Jetzt will der Hersteller sich diese Bedingungen zunutze machen und sucht selbst das lukrative Endkundengeschäft.

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