Dank neuer GEMA-Tarife steigen Eintritte – sind die Clubs bald am Ende?

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Dank neuer GEMA-Tarife steigen Eintritte – sind die Clubs bald am Ende?

Abends in einen Club zu gehen könnte bald ganz schön teuer werden: Die Musikverwertungsgesellschaft GEMA plant, ab Januar 2013 zwischen 400 und 600 Prozent mehr Gebühren zu kassieren. Eine Online-Petition protestiert dagegen, bisher haben über 100.000 Menschen unterzeichnet.

Die Gema hatte Anfang April erklärt, die bisherige Tarifstruktur vereinfachen zu wollen. Statt bisher elf Tarifen solle es ab Januar 2012 nur noch zwei geben, die “klar, fair und nachvollziehbar und damit überschaubar für den Nutzer” seien. Es gibt zwei Tarife, einen für Tonträgermusik und einen für Live-Musik. Und ausschlaggebend für die Berechnung der Gema-Gebühren sollen nur noch zwei Werte sein: Veranstaltungsgröße (Nutzungsfläche) und Eintrittspreis.

Hört sich eigentlich ganz gut an: vereinfachen, klarer formulieren. Das Problem ist nur, dass diese Neuregelung die Gebühren für viele Clubs und Diskotheken in die Höhe schießen lässt. Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) würden die Gebühren für eine mittelgroße Diskothek von jährlich 28 000 auf 174 000 Euro steigen. Musikkneipen würden sogar mit Steigerungen von mehr als 2000 Prozent belastet – also das 20-fache ihrer bisherigen Kosten. “Das sind existenzgefährdende Erhöhungen. Betriebe werden schließen müssen”, erklärte Dehoga-Präsident Ernst Fischer. Die Tarifsteigerungen gefährdeten auch Schützenfeste und Karnevalssitzungen.

Online-Petition gegen die neue GEMA-Tarifstruktur mit Gebührenerhöhung

Eine Online-Petition will die neue Tarifstruktur kippen. “Gegen die Tarifreform 2013 – GEMA verliert Augenmaß” heißt die Petition, die von Matthias Rauh, Inhaber der Event-Agentur giga event in Neustadt im Harz, initiiert wurde (in Absprache mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter e.V.). Inzwischen haben über 120.000 Einzelpersonen die Petition unterzeichnet, darunter natürlich auch GIGA-Redakteure.

Auch wir rufen dazu auf: Unterzeichnet die Petition “Gegen die Tarifreform 2013 – GEMA verliert Augenmaß”! Die neuen Tarife sind nicht tragbar!

GEMA bereit zu Verhandlungen?

In einer Pressererklärung signalisierte das GEMA-Vorstandsmitglied Georg Oeller vor einigen Tagen Verhandlungsbereitschaft: “Wir sollten nicht nur übereinander, sondern miteinander reden. Lassen Sie uns unsere Argumente im Rahmen eines öffentlichen Runden Tisches austauschen”, erklärte er anlässlich der Jahrespressekonferenz der Dehoga in Berlin.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 64.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.

Bild: Gema-Logo

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