AirPush: Neue Werbemethode für Android-Apps in der Kritik [Update]

Daniel Kuhn
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Mit der bisherigen Methode der Werbeeinblendungen in einer App konnte man auch als Nutzer ganz gut leben. Wenn man etwas Interessantes sieht, klickt man drauf, ansonsten ignoriert man die meist kleinen Banner gepflegt. Das Unternehmen AirPush verfolgt da einen anderen Ansatz: Die Werbung wird über die Benachrichtigungsleiste an den Nutzer ausgeliefert. Diese Methode soll dem Entwickler deutlich mehr Umsatz bescheren. Die Kritik an dieser Werbeidee lässt nicht lange auf sich warten.

AirPush: Neue Werbemethode für Android-Apps in der Kritik [Update]

Es ist ja generell begrüßenswert, wenn ein Entwickler einer App mit dieser auch Geld verdient. Wenn er genug Geld damit verdient, ist sichergestellt, dass er sich auch zukünftig um die Weiterentwicklung der App konzentrieren kann. Daran sollte also jeder Android-Nutzer ein Interesse haben. Neben kostenpflichtigen Apps hat Werbung in kostenlosen Anwendungen einen nicht unerheblichen Anteil am finanziellen Wohlergehen der Entwickler.

Die bisher gängige Praxis war es, innerhalb einer App kleine Werbebanner einzublenden. Das Unternehmen AirPush verfolgt allerdings einen anderen Ansatz: Werbeeinblendungen in der Benachrichtigungsleiste und das auch, wenn die App nicht geöffnet ist. Diese Methode soll deutlich mehr Umsatz generieren, weil mehr Nutzer sie anklicken. Das mag stimmen, aber es ist nicht gerade Nutzerfreundlich, wenn die Leiste, die eigentlich über wichtige Ereignisse informieren soll, mit Werbung zugepflastert wird. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Einblendungen eine höhere Klickrate erzielen, als Werbeeinblendungen in einer App, da man sie nicht ignorieren oder wegklicken kann.

Das Szenario mag noch relativ harmlos erscheinen, wenn man davon ausgeht, dass man hin und wieder mal eine Werbenachricht erhält, aber je mehr Apps man installiert hat, die diese Werbeform nutzen, desto mehr wird man mit den Konsumangeboten bombardiert.

Dass Nutzer auf diese Werbestrategie nicht gerade mit Begeisterungsstürmen reagieren werden war zu erwarten. Der erste Entwickler, der diese Lektion auf schmerzhafte Art und Weise lernen musste, war Martin Adamek, der Macher der durchaus beliebten App APNdroid. Nachdem er auf die Werbung von AirPush umgestellt hatte, haben derart viele Nutzer die App als Schadhaft gemeldet, dass Google reagieren und sie vorrübergehend aus dem Market entfernen musste. Inzwischen nutzt APNdroid wieder klassische Werbeeinblendungen und ist wieder im Market zu finden.

Wir hoffen, dass AirPush unter Entwicklern zukünftig etwas kritischer gesehen wird. Der Widerstand der Nutzer gegen diese Push-Werbung wächst jedenfalls stetig an. Bei Reddit gibt es zum Beispiel zwei sehr umfangreiche Diskussions-Threads, die eine eindeutige Sprache sprechen.

Was haltet ihr von dieser Werbemethode? Findet ihr es gerechtfertigt, dass ein Entwickler zu derartigen Mitteln greift um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren? Würdet ihr diese Werbenachrichten in Kauf nehmen, oder wäre es ein Grund auch eine sehr gute App sofort wieder zu deinstallieren?

Wir wurden von AirPush darauf hingewiesen, dass es nur eine Werbenachricht am Tag pro Nutzer gibt, egal wie viele Apps installiert sind. Außerdem wurde der der Dienst auf Opt In umgestellt, was bedeutet, dass der Nutzer nur Werbenachrichten bekommt, wenn er dem zugestimmt hat. So klingt das alles doch schon gar nicht mehr so schlimm.

Weitere Themen: Apps, Android, Update, Google I/O 2016, Google I/O 2015, Google I/O 2014: Termin und Ort der Entwicklerkonferenz stehen fest, Google Chrome 64-Bit, Google Chrome, Google Earth, Google

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