Anweisung an Entwickler: Google will neuen Standard für Smartphones durchsetzen

Florian Matthey

Samsung Galaxy S8 und iPhone X: Beide Geräte haben eine Gemeinsamkeit, die zum neuen Standard auf dem Smartphone-Markt werden soll. Zumindest möchte Google Entwickler dazu bringen, sie dazu zu machen.

Anweisung an Entwickler: Google will neuen Standard für Smartphones durchsetzen

Samsung Galaxy S8 und iPhone X: Wird 18:9 der neue Standard?

Samsung, Apple, LG, Huawei und auch Google selbst haben in diesem Jahr Smartphones mit einem Display-Seiten-Verhältnis herausgebracht, das vom etablierten 16:9 deutlich abwich. So boten das LG G6, LG V30, Google Pixel 2 und Huawei Mate 10 Pro 16:9-Displays, Samsung hat beim Note 8, Galaxy S8 und Galaxy S8+ das nur leicht abweichende Seitenverhältnis von 18,5:9 verwendet, Apple setzt beim iPhone X gar auf 19,5:9 – zieht man den „Notch“ ab, kommt man wie bei Samsung auf 18,5:9. Bleibt festzuhalten: Seitenverhältnisse von ungefähr 18:9 scheinen sich gerade als Standard zu etablieren – Geräten wie dem Honor 7X und dem Huawei Mate 10 lite kamen Ende 2017 18:9-Displays sogar in der Einsteiger- und Mittelklasse an.

Die Verbannung von 16:9 und „Verlängerung“ der Displays ist für die Hersteller die Methode, randlose Displays zu ermöglichen und mehr Displayfläche mit nur geringen Einbußen in puncto Bedienbarkeit zu ermöglichen. Das Ganze hat den netten Nebeneffekt, dass sich viele Hollywood-Filme mit dünneren oder ganz ohne Balken darstellen lassen, dafür gibt es entweder abgeschnittene Seiten oder schwarze Balken bei 16:9-Content wie Handy-Videos und diversen Serienproduktionen bei den Streaminganbietern. Ein weiterer Nachteil ist dabei außerdem, dass die Displaydiagonale an Aussagekraft über die tatsächliche Bildschirmfläche verliert. Mein Kollege Sebastian erklärt euch, warum das iPhone X mit 5,8 Zoll fast dieselbe Displayfläche wie das iPhone 8 Plus mit 5,5 Zoll hat.

Das Display des Samsung Galaxy S8 seht ihr in unserem Test-Video:

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Samsung Galaxy S8: Der Test

Google ermutigt Entwickler zu 18:9-Apps

Allerdings gibt es weiterhin viele Inhalte, die eher auf 16:9-Displays optimiert sind. Im iOS-Bereich passen die Entwickler ihre Apps nach und nach fürs iPhone X an, im Android-Lager sind solche Modifikationen nicht so dringend nötig, weil reguläre Apps ohnehin für zahlreiche Displaygrößen und Formfaktoren gestaltet sein müssen und in der Regel trotzdem bildschirmfüllend dargestellt werden. Allerdings ist eine Anpassung an ein neues Seitenverhältnis dennoch wünschenswert, weil Apps trotzdem so aussehen können, wie Google in einem Blog-Eintrag anmerkt:

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Google fordert Entwickler daher auf, 18:9 als neuen Standard zu sehen und Apps entsprechend anzupassen. Das Unternehmen hebt dabei vor allem Spiele hervor, die aktuell in der Regel noch nicht responsiv sind wie andere Apps und oft ein starres Displayverhältnis von 16:9 voraussetzen. Natürlich wirken gerade Games dann am besten, wenn sie auch das komplette Display ausfüllen.

Kameravergleich: iPhone X versus Samsung Galaxy S8

Wenn Entwickler ihre Apps anpassen, sollen sie auch einen weiteren Trend der Smartphone-Industrie beachten: abgerundete Ecken. Interaktive Elemente der Benutzeroberfläche sollten also von beiden Kanten einen gewissen „Sicherheitsabstand“ halten, um nicht von den Rundungen abgeschnitten zu werden.

Angesichts dessen, dass so wichtige Hersteller auf 18:9 setzen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Entwickler ihre Apps wirklich durch die Bank anpassen. Es ist aber gut, dass Google sich Mühe gibt, diese Entwicklung zu beschleunigen. Was meint ihr: Ist 18:9 ein sinnvolles Seitenverhältnis?

Google: Android Developers Blog, via SmartDroid

Korrektur: Eine frühere Version des Artikels postulierte, dass Galaxy S8 und iPhone X ein Displayverhältnis von 18:9 aufwiesen. Das ist nicht korrekt, der Artikel wurde entsprechend korrigiert und um eine Erklärung erweitert.

Weitere Themen: iPhone X, Google Pixel 2 XL, Samsung Galaxy S8 Plus, Samsung Galaxy S8, Google I/O 2016, Google I/O 2015, Google I/O 2014: Termin und Ort der Entwicklerkonferenz stehen fest, Google Chrome 64-Bit, Google Chrome, Google

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