Apple, Google: Siri- und Voice-Daten werden zwei Jahre gespeichert

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Sprachsuche und Sprachnavigation sind ziemlich praktisch. Vor allem, wenn gerade keine Hand frei ist, um Eingaben zu tätigen. Spätestens mit Geräten wie Google Glass, bei denen komplett auf eine physische oder touch-basierte Tastatur verzichtet wird, sind wir auf diese Technologie angewiesen. Doch wie gehen die Unternehmen mit unseren Daten um?

Apple, Google: Siri- und Voice-Daten werden zwei Jahre gespeichert

Zunächst einmal eine Erklärung der Funktionsweise der Spracherkennung bei den Google und Apple: Die vom Mikrofon aufgezeichneten Daten werden an einen Server des jeweiligen Unternehmens gesendet, dort ausgewertet und das Ergebnis wird zurück an das Sendegerät geschickt. Die gesprochenen Texte werden nach einer Anfrage aber nicht vom Server gelöscht, sondern gespeichert. Zwar gibt es mittlerweile auch eine Offline-Spracherkennung von Google, doch diese ist natürlich nicht so umfangreich wie die, die auf den eigenen Servern läuft.

Wie speichern die Unternehmen meine Daten?

Apple gibt an, dass die von Siri gesendeten Daten bis zu zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Die Speicherung geschehe anonym, indem dem Kunden eine zufällige ID zugewiesen werde, die in keinerlei Zusammenhang mit der eigenen Apple ID oder E-Mail-Adresse stehe. Nach sechs Monaten werde die Verknüpfung der eigenen Sprachdaten mit der zufälligen ID aufgehoben, sodass niemand mehr wisse, zu wem sie letztendlich gehören. Trotzdem bleiben die Audiodaten maximal weitere 18 Monate auf den Apple-Servern, wo sie zur Verbesserung der Apple-Dienste genutzt werden.

Wer nicht möchte, dass seine Sprachdaten auf den Apple-Servern lagern, hat die Möglichkeit, Siri zu deaktivieren. Daraufhin folgt die Löschung aller Daten aus den letzten sechs Monaten. Alle Daten aus weiter zurückliegenden Zeitpunkten bleiben bestehen, da sie nicht mehr zuordenbar sind.

Google hingegen gibt auf einer FAQ-Seite zu, dass alle Daten mit dem eigenen Account verknüpft und bis zu zwei Jahre gespeichert werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, da diese Maßnahmen bereits von der Google-Suche und anderen Diensten des Internetgiganten bekannt sind.

Und jetzt?

So informativ diese Details sind, so wenig überraschend sind sie: Grundsätzlich ist klar, dass eine Sprachanalyse besser wird, je mehr sie von den Anwendern lernen kann. Wenn die Software dann auch noch auf Sprachdaten von vorherigen Suchen zurückgreifen kann, sollte sie mich sogar noch besser verstehen können. „Personalisierte Sprachsuche“ nennt man das.

Abgesehen vom Nutzen für den Endanwender nutzen diese Methoden natürlich auch den Unternehmen. Persönliche Daten sind Gold wert, vor allem wenn man nicht nur Internetsuchen, sondern auch Kalendereinträge, Notizen und Nutzungsverhalten von Kunden analysieren kann. Das gilt für die Sprachsuche, wie für andere Dienste von vielen Unternehmen.

Am Ende gilt: Jeder Nutzer sollte wissen, worauf man sich einlässt und wie lange die Daten, die man aus der Hand gibt, auf fremdem Speicher liegen. Mir sind am Ende die Server von Apple und Google weitaus lieber, als die irgendwelcher dubiosen Firmen, die eine Sprachsoftware entwickeln, um private Daten abzugreifen.

Abstrahiert von der Thematik der Speicherung von Sprachsuchen auf den eigenen Servern, was haltet Ihr davon, dass Eure Daten von Unternehmen gespeichert und analysiert werden?

Quellen: Mobilegeeks, digitalnext

 

Weitere Themen: iTunes für Mac, Project Tango, Nexus 10 FHD (2013), Nexus 5, Motorola X Phone, Google Play Geschenkkarten, Google Chromebook Pixel, Google Smartwatch, Google Nexus 10, Google


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