Apple und Google: Zwei völlig unterschiedliche Wege zum Erfolg

Tuan Le

Apple oder Google, Android oder iOS: Fragen, an denen sich die Geister scheiden. Ein neues Diagramm spricht aber Bände darüber, was die beiden wichtigsten Tech-Konzerne der Welt voneinander unterscheidet.

Apple und Google: Zwei völlig unterschiedliche Wege zum Erfolg

Wenn wir an Apple denken, denken wir vor allem an ein schickes Design, hohe Preise und eine äußerst starke Marke, ja fast schon einen Lifestyle. Google dagegen verbinden wir primär mit der Suchmaschine sowie zahlreichen verschiedenen Nebenprojekten, von denen vermutlich Android das Größte darstellt. Es gibt aber einen signifikanten Unterschied in der Unternehmensstruktur der beiden großen Rivalen, die sich auch in der Unternehmensphilosophie widerspiegelt. Von Patentsview ist nun ein Diagramm veröffentlicht worden, das die Patentstrukturen innerhalb von Google und Apple verdeutlicht.

Die Punkte im Diagramm stellen die Personen in den jeweiligen Unternehmen dar, die Größe die Anzahl der Patente, die auf diesen Mitarbeiter zurückzuführen sind. Insgesamt wurden Apple in den vergangenen 10 Jahren 10.795 Patente von insgesamt 5.232 Erfindern zugesprochen, bei Google sind es 12.386 Patente bei 8.888 Erfindern. Der Unterschied zwischen den beiden Unternehmen auf den ersten Blick nicht signifikant, aber merklich: Bei Apple kommen auf einen Erfinder 2,09 Erfindungen, bei Google sind es nur 1,3 Patente pro Erfinder.

In den letzten Jahren ist die Zahl der von Apple eingereichten Patente drastisch zurückgegangen.

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Steve Jobs hat allein schon 347 Patente erhalten

Interessanter ist der Blick darauf, wer genau in den beiden jeweiligen Unternehmen die großen Innovationen anstößt. Bei Google ist hier eine fast schon unheimlich gleichmäßige Verteilung zu beobachten: Die Patente stammen von einer riesigen Zahl unterschiedlicher Personen, es gibt im Grunde genommen keine Ballungszentren auf dem Diagramm. Natürlich ist nicht unbedingt gewährleistet, dass die Person, die das Patent auf die Erfindung erhalten hat, tatsächlich im Unternehmen den größten Anteil an der Erfindung geleistet hat. Dennoch sprechen diese Zahlen Bände, wie Apple und Google jeweils ticken.

Konkretes Beispiel: Während Steve Jobs in den letzten 10 Jahren ganze 347 Patente zugesprochen wurden (viele davon posthum), haben Sergey Brin und Larry Page zusammen gerade einmal 27 im gleichen Zeitraum erhalten. Bei Page und Brin handelt es sich wohlgemerkt um die Entwickler der Google-Suchmaschine – bis heute wohl eine der Entwicklungen, die den Alltag und das Verhalten der Menschen komplett auf den Kopf gestellt hat. Bei Apple hat im Prinzip das gesamte Design-Team rund um den legendären Chief Design Officer Jonathan Ive den Löwenanteil in Sachen Patentzahl inne.

 

Demokratie bei Google, starke Hierarchien bei Apple?

Die daraus resultierenden Erkenntnisse: Bei Apple scheinen Innovationen von einem elitären Team von äußerst qualifizierten Designern hervorzugehen und starke Hierarchien zu herrschen. Für die breite Masse der Mitarbeiter ist es eher ungewöhnlich, eigene Patente anzumelden. Google dagegen scheint einen demokratischeren Ansatz zu fahren und den Mitarbeitern für eigene Projekte auch eine deutlich größere Selbstständigkeit zu gewähren.

Welchen Ansatz man besser findet, hängt sicher von der eigenen Natur ab: Fakt ist, dass beide Unternehmen äußerst erfolgreich in dem sind, was sie tun. Nur tun sie es auf komplett unterschiedliche Art und Weise.

Quellen: Fastco.design, Patentsview

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