ARCore vorgestellt: So erweitert Google die Realität deines Smartphones

Rafael Thiel
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Es scheint, als haben Apple und Google eine weitere Plattform gefunden, um miteinander zu konkurrieren: Augmented Reality it is. Mit ARKit hat der iPhone-Hersteller jedoch schon einen ordentlichen Vorsprung erarbeitet. Um den einzuholen, muss das frisch vorgestellte ARCore rasch Boden gut machen – der erste Eindruck stimmt zumindest optimistisch.

Sonderlich alt ist ARKit zwar nicht, doch binnen weniger Monate waren Entwickler bereits imstande, beeindruckende Demonstrationen der Plattform zu bauen. Das wurde sicherlich auch in Mountain View stirnrunzelnd registriert. Mit Project Tango forscht Google zwar schon seit einigen Jahren in Sachen Augmented Reality, jedoch fußt jene Plattform auf komplexer Sensorik, die gewöhnliche Smartphones nicht besitzen. Bei ARCore ist das anders. Diese Plattform wurde dafür konzipiert, aktuelle Geräte zu unterstützen und Entwicklern einfache Tools für AR an die Hand zu geben – zu Beginn werden jedoch nur die beiden Pixel-Smartphones und das Samsung Galaxy S8 unterstützt.

google-arcore-demo

Im Fokus von ARCore stehen drei Säulen der Augmented Reality: Eine davon ist Motion Tracking, um virtuell platzierte Objekte innerhalb der Kamera akkurat darzustellen, auch wenn sich das Smartphone durch den Raum bewegt. Zudem legt Google großen Wert auf Environmental Understanding, was letztendlich nur eine Erweiterung der Bewegungsverfolgung darstellt, die beispielsweise horizontale Untergründe erkennt und AR-Objekte dementsprechend drapiert. Zu guter Letzt glänzt ARCore mit Light Estimation, die es Entwicklern ermöglicht, virtuelle Objekte optisch an das Umgebungslicht anzupassen.

Apple hat gegenüber Google einen großen Vorteil

Klingt ja recht vielversprechend, das erste Demo-Video, das von Google selbst stammt, sieht auch nicht schlecht aus. Allerdings hat Google ein großes Problem: Das Unternehmen kontrolliert mehrheitlich nur die Software der Geräte, auf denen ARCore laufen soll. Dass Google auch mit dedizierter Hardware zu beeindruckenden AR-Ergebnissen in der Lage ist, hat Project Tango bewiesen, jedoch ist letzteres genau deswegen gescheitert: Kaum ein Hersteller hat die benötigten Sensoren verbaut.

Momentan basiert ARKit auch zum Großteil auf digitalen Tricks, bedient sich also nur bei den Kameradaten und dem ohnehin in jedem Smartphone verbauten Bewegungssensor. Jedoch kann Apple jederzeit beschließen, weitere Sensoren in eine neue iPhone-Generation zu verbauen, die dann binnen kürzester Zeit genug Verbreitung erlangt, um Entwickler dazu zu bringen, die neuen Features in ihre Anwendungen zu implementieren. Das kann Google nicht.

Quelle: Google Developers via FastCompany

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