Diese Saftpresse kostet 400 Dollar und ist vollkommen nutzlos [Update: Hersteller erstattet Kaufpreis]

Simon Stich

Die automatische Saftpresse eines US-Startups kostet 400 Dollar. Wie Bloomberg nun herausgefunden hat, wird die Presse überhaupt nicht benötigt. Kunden können die Saftpackungen einfach selbst ausdrücken, sofern sie über Hände verfügen.

Diese Saftpresse kostet 400 Dollar und ist vollkommen nutzlos [Update: Hersteller erstattet Kaufpreis]
Update vom 24.04.2017, 16:00 Uhr: Wie The Verge berichtet, bietet Hersteller Juicero allen Käufern seiner Saftpresse ein außerordentliches Rückgaberecht bei voller Erstattung des Kaufpreises an. Das schließt alle Käufer der Saftpresse ein, selbst wenn der Erwerb bereits ein Jahr zurückliegt und der Juicero beim offiziellen Marktstart gekauft wurde. Das außerordentliche Rückgaberechte dauert 30 Tage, die Ankündigung erfolgte am 20. April 2017.

Originalmeldung:

Mit Juicero wollte das Startup aus San Francisco in die Fußstapfen von Kaffeesystemen wie Nespresso treten, die sowohl Maschinen als auch die zugehörigen Kapseln vertreiben. Juicero stellt eine Saftpresse und die passenden Packungen bereit: Durstige müssen den Saft nicht mehr selbst auspressen, sondern überlassen diese Tätigkeit dem Juicero. Investoren haben etwa 120 Millionen Dollar investiert – darunter auch Google Ventures.

Ausgejuict: Firma und zwei Investoren wissen wohl Bescheid

Juicero selbst soll laut Bloomberg genau wissen, dass die automatische Saftpresse nicht benötigt wird. Das Unternehmen verkauft die Saftpackungen nur an Kunden, die bereits einen Juicero in der Küche stehen haben. Auch mindestens zwei Investoren sind bereits auf die Nutzlosigkeit des Geräts aufmerksam geworden. Sie hatten schon im Jahr 2014 in das Unternehmen investiert, als der Juicero nur als 3D-Render existierte.

„Hilfe, ich habe ausversehen ein Regal gebaut“ und andere lustige Google-Vorschläge GIGA Bilderstrecke „Hilfe, ich habe ausversehen ein Regal gebaut“ und andere lustige Google-Vorschläge

Auch zweites Feature eigentlich nutzlos

Nicht nur die Hauptfunktion der Saftpresse wird nicht benötigt, auch das zweite Feature des Geräts ist fragwürdig. Juicero soll automatisch erkennen, ob die eingelegte Saftpackung ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten hat. Das Mindesthaltbarkeitsdatum steht aber bereits auf den Packungen selbst. Wer lesen kann, braucht die Funktion nicht.

„Druck von bis zu fünf Tonnen“

Das Startup hat die Saftpresse unter anderem mit dem Hinweis beworben, dass ein „Druck von bis zu fünf Tonnen“ auf die Saftpackungen ausgeübt wird. Ein derart hoher Druck wird aber nicht benötigt – und das Auspressen per Hand soll teilweise sogar etwas schneller gehen. Auf der Webseite von Juicero wird das Gerät nach wie vor verkauft. Im Januar 2017 ging der Preis von 700 auf nun 400 Dollar herunter. Eine Geld-zurück-Garantie über 30 Tage wird auch weiterhin angeboten.

Quelle: Bloomberg via heise online

Weitere Themen: Google I/O 2016, Google I/O 2015, Google I/O 2014: Termin und Ort der Entwicklerkonferenz stehen fest, Google Chrome 64-Bit, Google Chrome, Android O, Chrome Cleanup Tool, Google Earth Pro, Google Earth, Google

Neue Artikel von GIGA TECH