Für ein kindergerechteres Internet: Apple, Facebook und Google in Koalition

Flavio Trillo

Wenn die lieben Kleinen mit Computer oder Smartphone der Eltern im Internet surfen, ist es oft nicht leicht, die Inhalte kindergerecht zu halten. Ständige Überwachung ist kaum möglich, weswegen die Europäische Kommission sich bemüht, die Rahmenbedingungen zu verbessern. 28 Unternehmen aus dem IT-Bereich haben sich zu diesem Zweck zusammengeschlossen.

Die Mitglieder der Koalition, darunter Apple, Facebook, Google, Microsoft und andere, haben sich diverse Ziele gesetzt. So sollen “einfache und solide Meldemöglichkeiten” dafür sorgen, dass fragwürdige Inhalte so schnell und leicht wie möglich gemeldet werden können. Zudem will man die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und den zuständigen Meldestellen verbessern, damit Material über Kindesmissbrauch ohne Zögern gelöscht wird.

Des Weiteren sollen die Datenschutzfunktionen “altersgerecht” gestaltet werden. Dies bezieht sich etwa auf die Option, Fotos und Kontaktangaben nur bestimmten Personen zugänglich zu machen. Derartige Maßnahmen kennt man bereits von einigen der genannten Unternehmen: “Die Gründungsmitglieder der Koalition sind auf dem Gebiet der Online-Sicherheit der Kinder bereits führend tätig”, so Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes.

Gemeinsam wolle man als Vorbild für die Branche auftreten und eine weitere Verbesserung des Kinderschutzes im Netz propagieren. Die aktive Förderung neuer Werkzeuge für Eltern, die ihnen die effektive Kontrolle über die von ihren Kindern konsumierten Inhalte gewähren, ist ebenfalls Teil der Zielvereinbarung der Koalition. Neue Mitglieder seien herzlich willkommen.

Die Initiative der Europäischen Kommission beruht auf der “Digitalen Agenda“, für die Neelie Kroes die zuständige Kommissarin ist. Die Agenda soll sicherstellen, dass Kommunikationstechnologien im ständig wachsenden Binnenmarkt der EU möglichst effizient zum Nutzen der Bürger eingesetzt werden. Dies beinhaltet neben der weiteren Verbreitung schneller Internetzugänge und des elektronischen Zahlungsverkehrs auch Bemühungen, die Rechteverwertung und Lizenzierung von Inhalten grenzübergreifend zu gestalten.

Apple war in der Vergangenheit mehrfach unter Druck geraten, seine Regeln über den In-App-Kauf so zu gestalten, dass Kinder vor für sie nicht überschaubaren Ausgaben geschützt sind. Daraufhin änderte das Unternehmen die Speicherdauer des Passwortes für den App Store. Google brüstet sich mit seiner “SafeSearch-Funktion”, die es Eltern erlaube, schädliche Inhalte unter den Suchergebnissen auszublenden.

Beide Unternehmen haben sich allerdings jüngst geweigert, eine Initiative des “Entertainment Software Ratings Board” (ESRB) zu unterstützen. Die Organisation bewertet Medien in Bezug auf ihre Eignung für verschiedene Altersgruppen, ähnlich der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Deutschland. Nun sollten in den USA erstmalig auch mobile Apps mit ihren Siegeln versehen. Diverse Mobilfunkanbieter und Microsoft haben sich GigaOM zufolge der Initiative bereits angeschlossen. Apple und Google zeigten dagegen kein Interesse und seien mit ihren eigenen Kontroll-Systemen zufrieden.

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