Gaming Trends 2012 – Das kommt, das bleibt und das wird für immer verschwinden

Wer sich für Gaming-Trends interessiert, kann sich entweder durch unzählige CES Messe-News klicken oder auf langweiligen Industrie-Blogs nach den relevanten Informationsbröckchen suchen. Oder aber man liest einfach diesen Artikel! Wir haben unsere Techboys mit einer Packung Chips in den Konferenzraum gelockt, sie dort drei Stunden eingesperrt und endlich mal Tacheles geredet. Was ist Hype, was ist wumpe und was steht 2012 wirklich an. Hier ist das Ergebnis.

Gaming Trends 2012 – Das kommt, das bleibt und das wird für immer verschwinden

 Connected TV goes Gaming:

Ohne Frage der wichtigste Trend in diesem Jahr. Laut aktueller Studien sollen schon in zwei Jahren 50 % alle TV-Geräte über einen Internetzugang verfügen. Momentan finden diese internetfähigen Hybrid-Fernseher vor allem in Osteuropa und Japan regen Absatz. Doch auch in Deutschland werden sie immer beliebter.

Was hat das mit Gaming zu tun? Sehr viel! Neben den üblichen Widget- und App-Spielereien, die sich auf die TV-Implementierung von einfachen Webdiensten beschränken, werden wir 2012 Fernseher zu Gesicht bekommen, die nicht nur mit vollwertigen Betriebssystemen ausgestattet sind, sondern auch gleich mit einem Cloud-Gaming-Dienst ausgeliefert werden. Auf der CES 2012 stellte OnLive zum Beispiel seine Partnerschaft mit dem Smart-TV Vorreiter Google TV vor. Das gleiche tat auch der Elektronikhersteller LG, der 2012 mit Gaikai zusammenarbeiten wird.

Wer jetzt eins und eins zusammenzählt, der kann sich vorstellen, zu was diese Geräte in der Lage sind. Prinzipiell kann jedes Spiel – egal wie hardwarehungrig und egal von welcher Plattform – über die integrierten Streaming-Dienste der Connected TVs gestartet werden. In den vielen Fällen dann sogar in 3D. Voraussetzung sind nur ein Breitbandzugang, eine monatliche Gebühr und ein Controller. Ein Geschäftsmodel, das offenbar so überzeugend ist, dass sich viele Länder schon jetzt großen Sorgen um die zusätzliche Belastung der Netz-Infrastruktur machen.

Die große Tablet-Schwemme

Wem das große Getöse um iPad & Co im vergangenen Jahr total egal war, der wird 2012 wahrscheinlich zum ersten Mal ernsthaft über die Anschaffung eines Tablets nachdenken. Warum? Weil die Dinger sehr billig werden. Android-Tablets wie das ASUS EEE PAD MEMO 370T sind bald für knapp 200 Euro zu haben und werden deshalb regen Absatz finden. Chip-Hersteller Nvidia und Qualcomm kündigten auf der CES  für 2012 eine engere Zusammenarbeit mit renommierten Spieleentwicklern an. Spiele wie Shadowgun werden uns also spätestens Ende des Jahres sehr viel häufiger begegnen und für eine neue, lebhafte Spieleszene sorgen. Die Palette reicht dabei von innovativen Indiegames bis hin zu aufwendig produzierten Blockbuster-Ports à la „Dead Space“ und „GTA 3“.

Die Neuerfindung der klassischen Konsolen

Es wird eng für die Konsolen. Umzingelt vom Potential der Connected TVs und dem boomenden Tablet-Markt wirkt die aktuelle Generation der Konsolen bereits leicht überholt. Wii und Xbox 360 verkaufen sich mitsamt ihrer Bewegungssteuerung zwar aktuell noch sehr gut, die CES 2012  zeigte jedoch auch, dass Microsoft, Nintendo und Sony eine radikale Neubestimmung ins Haus steht.

Microsofts und Sonys Antwort auf die Next-Gen Frage scheint bereits gefunden. Mit dem Metro Interface und dem Sony Entertainment Network   zielen beide Unternehmen auf eine integrierte digitale Unterhaltungswelt ab, die alle Plattformen der Hersteller vereint. Smartphones, Konsolen, Handhelds, TV Geräte, PCs sowie hauseigene Software und Partner-Dienste – all das wird in einen Topf geworfen und den Konsumenten als Innovation serviert. Die kommende Konsolen-Generation will die endgültige Vernetzung unsere Spielerfahrungen ausbuchstabieren. Das wird sich nachhaltig auf die Zusammenarbeit mit den Entwicklerstudios und deren Inhalte auswirken. Zumindest bei Sony können wir anhand des Action-RPGs „Ruin“ schon erahnen, was das konkret bedeutet.

Microsoft hält sich in Bezug auf das Cross-Platforming noch etwas bedeckt. Dass die Redmonder ihre neue Windows Betriebssoftware auch in Richtung Xbox-Nachfolger entwickeln, ist jedoch ein offenes Geheimnis. Nintendos Konzept nimmt dagegen immer mehr Form an, wurde aber bereits mit viel Kritik bedacht.

Und sonst?

Ansonsten erwarten uns 2012 die üblichen Verdächtigen. Wie in den Jahren zuvor prognostizieren uns die selbsternannten Experten mal wieder einen Boom des In-Game-Advertisings. Was auf den App-Märkten dieser Welt bestens funktioniert, soll nun auch endlich im traditionellen Hardcore-Segment selbstverständlich werden. Nike Werbung in „The Last Guardian“?  Wir sagen: Nein Danke und bauen fest auf den Widerstand der Gamer.

"Benutzer können auf Golfplätzen einchecken" - Wer´s braucht!
“Benutzer können auf Golfplätzen einchecken” – Wer´s braucht!

 

Wie bereits in dieser Woche berichtet, könnten wir 2012 mit SWTOR auch das Ende des Abo-Models sehen. Mehr Free-2-Play Spiele werden auf jeden Fall kommen. Gleiches gilt für die unter dem Begriff der Gamification zusammengefassten „Mega“-Trends wie das „Location Based Social Gaming“  oder „Real-Life Integration Gaming“. Bisher verbirgt sich hinter diesen hübschen Modevokabeln vor allem die große Hoffnung der Manager auf neuen Absatzmärkte und die fragwürdige Qualität der Spiele. Erfolgsmodelle wie Foursquare sind zwar beeindruckend, so richtig überzeugt sind wir von diesem Trend allerdings noch nicht.

Wovon seid ihr überzeugt? Was sagt ihr zum Cloud-Streaming und der nächsten Konsolengeneration? Sind Tablets echte Alternativen und welchen Trend haben wir übersehen?

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Weitere Themen: Xbox One, PlayStation 4, Nintendo Wii U, ASUS Eee Pad MeMo 370T , Xbox 360, Playstation Portable, Sony Playstation Vita , Microsoft Windows, windows phone, Google

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