Google, Apple und die Kartellbehörde: Der Dreieckskampf um die Macht

Tizian Nemeth
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Google und Apple – zwischen beiden Unternehmen herrscht nach wie vor ein kompliziertes Verhältnis, gesteht Google-CEO Eric Schmidt in einem Interview. Am Vorabend der Entwicklermesse Google I/O äußerte sich der Chef des Internetriesens auch zu den Querelen um die Übernahme des Mobil-Werbedienstleisters AdMob und wie der Streit mit der US-amerikanischen Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) das Verhältnis zwischen Apple und Google beeinflusst. Der App-Entwickler und Kunde von Googles Werbeplattform Naan behauptet nämlich, die FTC würde bei der Übernahme des Internetriesen mit anderem Maß als bei Apple messen.

Im November 2009 hatte Google den Werbedienstleister AdMob übernommen (wir berichteten), seit dem prüft die FTC, ob die Übernahme zulässig ist. Dabei soll die FTC mit harten Bandagen kämpfen: Die Kommision übe Druck auf den Twitter App-Entwickler Naan Studio aus, damit dieser die Übernahme kritisch bewerte, berichtet dieser in seinem Blog. Als Kunde von Google ist der App-Entwickler zwischen die Fronten geraten, die FTC fordert von Naan eine Stellungnahme zum Geschäftsgebaren des Suchmaschinenbetreibers.

Naan hatte in den ersten Monaten noch hohe Werberaten auf Google, bevor diese deutlich eingebrochen sind. Der Entwickler schreibt dies unterschiedlichen Faktoren zu, allein die FTC soll den Rückgang als Beweis für eine “Anködern-und-fallenlassen-Taktik” durch Google werten. Die harte Linie im Fall Google verwundert den Entwickler, der bei der Quattro-Wireless-Übernahme durch Apple eine nachlässigere Haltung der FTC beobachtet haben will.

Für die FTC allerdings ist diese Diskussion irrelevant, da Apple seine Werbevermarktung nur auf Apple-Geräten betreiben werde, wodurch die Marktmacht auf dem Handymarkt automatisch beschränkt sei.

Auf Bitte von AdMob hat Naan in einem Brief an die FTC die Übernahme befürwortet und sie als “gutes Gegengewicht” zu Apples Aquisition des Werbedienstleisters bezeichnet. Mit der erfolgriechen Übernahme würde Google auch auf dem Gebiet der Mobil-Werbung zu einem Apple-Konkurrenten werden. Die zunehmende Konkurrenz zwischen beiden hatte im August 2009 dazu geführt, das der Google-Chef aus dem Vorstand von Apple ausschied (wir berichteten).

Zwar würden beide Unternehmen auf einigen Gebieten konkurrieren, auf anderen aber auch zusammenarbeiten, erklärt Eric Schmidt im Interview. Und mit Steve Jobs verbinde ihn noch immer eine Freundschaft. Im Fall der AdMob-Übernahme sieht er vielmehr die US-Regierung als Feind, bei einer Ablehnung kündigt er einen “Kampf” gegen diese an. Das Ergebnis der FTC-Untersuchung erwartet er in einigen Wochen.

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