Google+: Erfindet Mountain View das Social Network neu?

Amir Tamannai
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Jetzt macht Google ernst: Nach “+1″ hat das Unternehmen aus Mountain View nun auch den Dienst “Google+” gestartet: Ein Social Network, das laut Google selbst „die Nuancen und die Vielfalt der menschlichen Kommunikation“ widerspiegeln soll. Noch befindet sich das Projekt zwar in einer auf Invites basierten geschlossenen Testphase, wir schauen uns das Ganze dennoch einmal genauer an.

Google+: Erfindet Mountain View das Social Network neu?

Wir haben gestern und heute nach unserem Überblick über die neue von Google durch unsere Leser mehrere Hinweise auf eine entsprechende App im Android Market bekommen. Vielen Dank dafür — dennoch müssen wir korrigieren: Es handelt sich nicht um eine “+1″-Anwendung, die da im Market aufgetaucht ist, sondern um die “Google+”-Applikation. Und trotz verwirrend ähnlicher Bezeichnung, ist dieser Dienst etwas ganz anderes.

Gleich vorweg: Ihr könnt euch die Google+-App zwar herunterladen und auch schon installieren, nur nutzen könnt ihr sie und die sich mit installierende Huddle-Anwendung noch nicht: Denn wie bei Google üblich, startet der neue Dienst zunächst eher restriktiv über ein Invite-System. Wir in der Redaktion haben allesamt schon bei den hohen Herren in Mountain View um Einlass gebeten — wann und ob unser Anklopfen erhört werden wird, bleibt abzuwarten.

Jetzt aber Butter bei die Fische: Was ist denn nun Google+? So ganz prägnant lässt sich das mangels Erfahrungswerten gar nicht formulieren. Rein technisch betrachtet handelt es sich um eine Ansammlung von Services, die über die Schnittstelle des Nutzerprofils das Teilen und Austauschen von Informationen, Interessen und Inhalten ermöglicht. Denn laut Google ist „das Teilen von Inhalten im Web ist noch fehlerhaft.” Und Googles „Ziel ist es, das zu ändern.“

(Kleiner Hinweis: Dieses und die folgenden Videos verfügen über deutsche Untertitel — sollten diese nicht standardmäßig angezeigt werden, klickt einfach auf den “cc”-Button in der Steuerleiste des Players)

Dazu basiert Google+ auf verschiedenen Elementen: +Circles, +Sparks, +Hangouts sowie diversen +Mobile-Funktionen. Jeder dieser Dienste fokussiert einen anderen Aspekt des sozialen Erlebens. Der Reihe nach:

+Circles dient dazu, verschieden Freundes- und Bekanntenkreise (buchstäblich) zu erstellen, um Informationen gezielter kanalisieren zu können — also ein hoffentlich intuitiveres Pendant zu den Freundeslisten aus Facebook.

+Sparks ist eine Plattform für Themen-bezogene Unterhaltungen — also quasi ein Forenchannel ohne spezielles Forum, in dem sich Nutzer mit anderen Kontakten über ihre Interessen austauschen können, natürlich inklusive dem Teilen von Bildern und Videos.

+Hangout ist quasi ein virtuelles „Peach Pit“, „Mc Laren’s“ oder „Central Perk“ — also der Stammplatz um die Ecke, an dem man immer irgendwelche Freunde trifft. Google erklärt das so “Hangouts kombiniert das Konzept des zwanglosen Treffens mit einer Videochatfunktion für mehrere Nutzer. Wenn man Zeit hat, schaut man einfach im Hangout vorbei, und trifft sich mit seinen Kreisen. Von Angesicht zu Angesicht zu Angesicht.” Klingt, nun ja, diffus. Interessant scheint uns aber die Möglichkeit, in den Webcam-Stream auch direkt YouTube-Videos einzubinden und diese so quasi gemeinsam zu schauen.

Für mobile Geräte — und hier kommt dann vermutlich die Android-App ins Spiel — bietet der neue Service überdies noch +Standort, +Sofort-Upload und +Huddle. Die ersten beiden Punkte dürften selbsterklärend sein, hinter +Huddle verbirgt sich schlicht ein Gruppenchat, der es ermöglicht, mit allen seinen Friends solange darüber zu diskutieren, wo und wann man sich trifft und was man dann macht, bis der Abend vorbei und es Zeit fürs Schlafen ist — sehr praktisch für Misanthropen wie die Kollegen Frank und Daniel und meine Wenigkeit.

Soweit also Google+. Ob das Ganze nun das Internet und das Social Networking wie wir es kennen, revolutionieren wird, bleibt abzuwarten. Viele Ansätze des Dienstes klingen nicht unspannend. Die zum Teil absurde Benutzeroberfläche von Facebook macht vielen Nutzern keinen Spaß mehr und könnte eine Ablösung vertragen. Und hey, wenn sich jemand mit dem Internet auskennt, ist das Google. Ich persönlich warte jedenfalls durchaus gespannt auf meine Einladung zu Google+.

Ach ja, in der Redaktion gehen übrigens die Meinungen über den Stil der Promovideos zum Service auseinander: Während Frank die Clips noch recht angenehm empfand, mussten Daniel und ich aufgrund der gespielten Natürlichkeit der Sprecher und der dubiosen Singer-Songwriter-Hintergrundmusik schon sehr an uns halten. Wir findet ihr die Videos? Natürlich oder aufgesetzt? Ab in die Kommentare mit Lobbekundungen oder Hasstiraden.

Hier gibt’s die Infos aus erster Hand: gplusproject

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