Google Play Services 4.0: Hintergründe und Neuerungen erklärt

Lukas Funk
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Seit einiger Zeit lagert Google immer mehr ehemals integrale Bestandteile des Betriebssystemkerns von Android in die sich selbst aktualisierende App Google Play Services aus, um sie so unabhängig von System-Updates einer größeren Zahl an Nutzern verfügbar zu machen. Mit der Vorstellung von Android 4.4 KitKat am gestrigen Abend wurden die Google Play Services auf Version 4.0 aktualisiert, die in den kommenden Tagen auf Smartphones und Tablets ab Android 2.3 verfügbar sein sollten. Wir haben die Änderungen und Neuerungen zusammengefasst.

Google Play Services 4.0: Hintergründe und Neuerungen erklärt

Die wohl auffälligste Neuerung des 4.0-Updates der Google Play Services ist wohl der Wegfall der Unterstützung von Android 2.2 Froyo, weshalb nur Geräte ab Android 2.3 Gingerbread das Update erhalten werden. Große Auswirkungen wird dieser Schritt nicht haben, wie ein Blick in die letzte Versionsverteilung offenbart: Trotz des Wegfalls erreicht das Update noch über 97% aller Google-aktivierten Android-Geräte.

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Sowohl für Entwickler als auch für Nutzer bieten die Google Play Services Neuerungen in Sachen Werbung. Erstere können auf ein neues SDK (Software Development Kit) speziell für Werbung zurückgreifen, um ihre Apps zu monetarisieren. Die eingeblendete Werbung läuft dann über die Google Play Services, und wird über diese aktualisiert, falls der Entwickler Änderungen vornimmt — Ein App-Update ist damit hinfällig. Werbung greift zu Personalisierungszwecken weiterhin auf die neue Variable Advertising ID zurück, nicht wie bisher auf die Android ID. Diese kann vom Nutzer zurückgesetzt oder vollständig deaktiviert werden, um angepasste Werbung zu modifizieren oder ganz auszuschalten.

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Die APIs (Programmierschnittstellen) für Karten und Geofencing — gekennzeichnete Gebiete, in deren Umgebung Aktionen ausgelöst werden können — erfuhren ebenfalls eine Überarbeitung. Entwickler können nun selbst bestimmen, wie eingebundene Karten animiert werden, ob sie 3D-Gebäude anzeigen und wie durchsichtig Markierungen auf der Karte sein sollen. Energie lässt sich sparen, indem Events erst ausgelöst werden, nachdem sich ein Nutzer eine bestimmte Zeit lang innerhalb eines Geofence aufhält. Beispielsweise könnte das Kinoprogramm erst angezeigt werden, wenn der User eine Weile vor dem Kino verweilt, nicht etwa, wenn er nur daran vorbeiläuft.

Nicht zuletzt wurde die Anmeldung in einer App über den Google+-Account etwas vereinfacht und die Wallet API steht — wenn auch nur in einer Sandbox – zu Testzwecken allen zur Verfügung. Die Integration von Instant Buy soll für zertifizierte Entwickler nun einfacher vonstatten gehen und die Möglichkeit enthalten, dem Kunden Treuepunkte gutzuschreiben — ein großer Schritt zur Etablierung des Google-Bezahlsystems.

Die neuen Google Play Services werden in den nächsten Tagen und Wochen ohne Zutun des Nutzers auf allen Android-Geräten mit Play Store-Anbindung installiert. Wer nicht so lange warten will, kann sich die APK aber auch händisch installieren:

Download: Google Play Services v4.0.30 (APK)

Google Play Services v4.0.30 (APK) qr code

Quelle: Android Developers Blog

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