Google stoppt Abwerbungen mit Millionen-Angeboten

Flavio Trillo
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Wer bei Google arbeitet tut gut daran, sich bei Facebook oder Twitter nach einem Job umzusehen. Selbst wenn daraus kein echter Job-Wechsel werden soll, besteht die Chance, dass Google einem beträchtliche Summen bietet. Um wertvolle Mitarbeiter zu halten nimmt man in Mountain View schon einmal mehrere Millionen US-Doller in die Hand. Außerdem verfügt das Unternehmen offenbar über Spitzel bei Twitter, die vor drohenden Abwerbungen warnen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Unternehmen versucht, sein Humankapital zum Bleiben zu bewegen. Auf diese Weise hat schon der eine oder andere Angestellte eine Gehaltserhöhung herausgehandelt – oder aber zu hoch gepokert und herausgefunden, dass er so wertvoll nun doch nicht ist.

Sundar Pichai und Neal Mohan erhielten ein Angebot von Twitter für die Position des Produktmanagers. Google bot den beiden 50 Millionen, beziehungsweise 100 Millionen US-Dollar in Aktien-Optionen an, wenn sie doch blieben. Beide nahmen das Angebot an, ebenso wie ein Software-Entwickler, dem 3,5 Millionen in Google-Papieren geboten wurden, damit er nicht zu Facebook wechselt.

Die Preisentwicklung ist rasant: Noch im vergangenen September war das Unternehmen in der Lage, einige Mitarbeiter für vergleichsweise lächerliche Boni von 500.000 US-Dollar und 15 Prozent Gehaltserhöhung vom Wechsel zum größten sozialen Netzwerk abzuhalten. Die Erfolgsrate damals: Etwa 80 Prozent. Soweit, so üblich.

Doch bei Google hat man diese Praxis der Abwerbungs-Vereitelung noch ein wenig verfeinert. Wie TechCrunch berichtet, informiert eine Quelle bei Twitter frühzeitig über Pläne, sich bei der Belegschaft in Mountain View zu “bedienen”. So kann Google rechtzeitig und adäquat reagieren, was die Quote der Abgänger verringern dürfte.

Allerdings war irgendjemand im jüngsten Fall zu voreilig. Das Gegenangebot erfolgte vor dem eigentlichen Angebot, was dazu führte, dass man bei Twitter argwöhnisch wurde. Wie TechCrunch berichtet, waren die Informanten darüber alles andere als begeistert, sie “kochen sie vor Wut”. Jetzt sind sie quasi enttarnt und das Management wird künftig noch genauer überprüfen, wer von geplanten Abwerbungen weiß.

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