Google und Motorola Mobility: Analyst wagt Vorhersage

Florian Matthey
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Was hat Google mit Motorola Mobility vor? Seitdem die Unternehmen die Übernahme der Mobilfunksparte durch den Android-Entwickler angekündigt haben, stellt sich die Frage, ob Google bald eigene Smartphones und Tablets herstellen will – und ob Android dann auch noch auf Geräten anderer Hersteller zum Einsatz kommt. Ein Analyst sieht mehr Nach- als Vorteile für Google, wenn das Unternehmen die Plattform ähnlich wie Apples iOS abriegeln sollte.

Apple wird oft für die Strategie, die Betriebssysteme OS X und iOS nur auf den eigenen Produkten zu installieren, kritisiert: Das Unternehmen behalte so volle Kontrolle über Hard- und Software und könne sich so wie ein Monopolist verhalten. Andererseits lassen sich in der Android-Welt Fragmentierungserscheiungen beobachten: Viele Apps und auch Versionen des Betriebssystems selbst funktionieren nur auf ausgewählten Geräten wirklich zufriedenstellend.

Für die Unternehmen selbst und ihre Kunden haben beide Modelle also ihre Vor- und Nachteile. Dass Google nun das Geschäft eines Herstellers von Android-Smartphones und -Tablets übernommen hat, könnte aber ein Anzeichen dafür sein, dass das Unternehmen in Zukunft auf eine ähnliche Strategie wie Apple setzen könnte. Der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster, der sich sonst vor allem auf Apple konzentriert, wagt einen Blick in die Zukunft.

Sollte Google in Zukunft eigene Hardware herstellen und Android exklusiv auf diesen installieren, könnte das Unternehmen seinen operativen Gewinn um 35 Prozent steigern: Im Jahr 2015 könnte Google mit dem Geschäft 56 Milliarden US-Dollar Umsatz und 10,5 Milliarden Dollar Gewinn machen. Allerdings verlöre Google auch 4,5 Milliarden Dollar an Android-Werbeeinnahmen, was sich vor allem durch den Einbruch des Marktanteils des Betriebssystems erklären ließe: Würde Google im Jahr 2013 auf die Android-Exklusivität umstellen, fiele der Marktanteil schlagartig von 43 auf 15 Prozent zurück.

Bis 2015 könnte sich Google dann auf 20 Prozent steigern, läge aber hinter Apple. Am meisten würde von der Entscheidung Microsoft profitieren, da ein Wechsel der bisherigen Android-Hardware-Hersteller hin zu Windows Phone zu erwarten sei. Das Microsoft-Betriebssystem bliebe als einzige Alternative, wenn sich nicht einer von Googles bisherigen Hardware-Partnern sich für HPs webOS entscheiden sollte.

Gene Munster glaubt daher nicht, dass Google auf Apples Strategie umstellen wird. Der Analyst hält es nicht einmal für wahrscheinlich, dass Google überhaupt eigene Smartphones und Tablets herstellen möchte. Stattdessen könnte sich das Unternehmen auch einfach die Motorola-Patente einverleiben und das Hardware-Geschäft von Motorola Mobility dann wieder weiterverkaufen.

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