Google: Wer Emails schreibt, hat kein Recht auf Datenschutz!

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Zugegeben, die Überschrift ist etwas reißerisch. Doch im Kern trifft sie die Sache ganz gut. Google ist der Ansicht, dass man kein Recht darauf hat, dass über Gmail gesendete Emails nur vom Empfänger gelesen werden.

Google: Wer Emails schreibt, hat kein Recht auf Datenschutz!

Google sagt dies aber nicht einfach nur so: Es geht um ein Gerichtsverfahren, das das Unternehmen aus Mountainview gerne beilegen würde. Als Grund wird hier genannt, dass keiner der E-Mails schreibt, wirklich erwarten kann, dass nur der adressierte Empfänger auch tatsächlich Zugriff auf den Inhalt dieser Mail hat.  Dabei zitiert Google aus einem Gerichtsverfahren aus dem Jahre 1979:

“Just as a sender of a letter to a business colleague cannot be surprised that the recipient’s assistant opens the letter, people who use web-based email today cannot be surprised if their emails are processed by the recipient’s in the course of delivery. Indeed, ‘a person has no legitimate expectation of privacy in information he voluntarily turns over to third parties.’”

Das Ganze liest sich so, als ob es Edward Snowden und den NSA-Skandal nie gegeben hätte. Eine geradezu blauäugige Einstellung gegenüber Datenschutz? Oder einfach nur sehr amerikanisch? Beziehungsweise nicht so europäisch?

Google liest mit

Aber kann man jetzt davon ausgehen, dass Google jede Email mitliest? Einerseits schon, andererseits nicht. Natürlich werden die Emails automatisch gescannt, um Spam auszufiltern und personalisierte Werbung zu schalten. Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter bei Google vor dem PC sitzen und die Mails von Anneliese Schmidt aus Buxtehude mitlesen. Also doch kein Grund zur Beunruhigung? Irgendwas dazwischen vielleicht. Zum Einen ist das automatische Scannen (wahrscheinlich) nicht wirklich gefährlich für die Privatssphäre des Einzelnen, zum Anderen ist die Einstellung Googles dahingehend aber schon erschreckend. Ähnlich äußert sich auch die Verbraucherschutz-Organisation Watch Dog:

“Google’s brief uses a wrong-headed analogy; sending an email is like giving a letter to the Post Office,” John M. Simpson, Consumer Watchdog’s Privacy Project director, said in a statement today. “I expect the Post Office to deliver the letter based on the address written on the envelope. I don’t expect the mail carrier to open my letter and read it. Similarly when I send an email, I expect it to be delivered to the intended recipient with a Gmail account based on the email address; why would I expect its content will be intercepted by Google and read?”

Googles Analogie ist durchaus falsch. Wenn ich einen Brief verschicke, erwarte ich vielleicht nicht, dass ihn der Empfänger selbst öffnet, seine Sekretärin könnte es auch tun, aber ich erwarte auf jeden Fall, dass er NICHT auf dem Postamt geöffnet wird.

Quelle: Cnet

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