Google wirft Microsoft Kopie von Suchergebnissen vor

Flavio Trillo
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Mit einem ausgeklügelten Experiment glaubt Google nachgewiesen zu haben, dass Microsofts Bing die Ergebnisse des Such-Algorithmus als Mountain View kopiert. Ein Sprecher von Microsoft antwortete hierauf zunächst nur mit dem Hinweis, dass man “verschiedene Signale und Überlegungen” nutze, um die Rangfolge der Ergebnisse festzulegen. Explizit abgestritten wurden die Anschuldigungen jedoch zunächst nicht.

Begonnen hat alles im Sommer des vergangenen Jahres. Den Google-Ingenieuren fiel zufällig auf, dass Suchanfragen mit Rechtschreibfehlern bei Bing dieselbe Seite als erstes Suchergebnis darstellten wie Googles Dienst. Statt “tarsorrhaphy” (zu Deutsch: Tarsorrhaphie, das teilweise Zunähen eines Augenlids) wurde bei Google-Suchen nach “torsorophy” der korrekte Wikipedia-Artikel zu dem obskuren chirurgischen Eingriff ganz oben angezeigt. Dazu gab es einen Vorschlag, wie man den Begriff korrekt buchstabieren möge.

Wenig später begann auch Microsofts Such-Dienst Bing das korrigierte Ergebnis an erster Stelle zu bringen, ohne jedoch die Schreibweise zu korrigieren oder zusätzliche, für den korrekten Begriff relevante Ergebnisse zu präsentieren. Daraufhin schöpfte Google verdacht und entwickelte ein Testverfahren mit fiktiven Suchbegriffen, die manuell und völlig willkürlich mit realen Webseiten verknüpft wurden.

So führten völlig unsinnige Suchanfragen wie “juegosdeben1ogrande”, die üblicherweise gänzliche ohne Ergebnisse blieben, bei Google zu einem Hersteller von Hip-Hop-Schmuck. Dieses eine Suchergebnis erschien innerhalb weniger Wochen für dieselben verwendeten Nonsens-Wörter auch bei Bing. Für dieses Phänomen fand man in Mountain View nur eine Erklärung: Microsoft sammle mithilfe einer Kombination aus Bing Toolbar und Internet Explorer 8 Daten über das Suchverhalten der Anwender bei Google und nutze sie zur Generierung eigener Suchergebnisse.

Ein Sprecher des IT-Giganten aus Redmond gab hierzu an, dass man bei Microsoft neben vielen anderen Eingaben auch die Ergebnisse von Click-Analysen der Bing-Toolbar nutze. Anwender würden dem Unternehmen im Rahmen einer Opt-In-Lösung anonyme Daten zusenden, die als Teil einer großen Menge von Informationen die Suchergebnisse von Bing formen. Außerdem stellte Microsoft gegenüber ZDNet schließlich doch klar: “Wir kopieren Googles Ergebnisse nicht.”.

Google zeigt sich derweil enttäuscht und betont, dass man sich über Innovation freue und mit Stolz auf die Qualität der eigenen Suchmaschine blicke. Als Konsequenz fordert Amit Singhal im offiziellen Google-Blog: “Wir wollen, dass diese Praktik beendet wird.”


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