Googles Suchergebnisse zeigen mit Vorliebe Google-Dienste

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In einer Analyse der Ergebnisseiten mehrerer populärer Suchmaschinen stellten Benjamin Edelman und Benjamin Lockwood fest, dass viele Anbieter vornehmlich eigene Angebote auf den ersten Listenplätzen darstellen. Insbesondere Google preist seinen Such-Algorithmus als besonders fair. Die Forscher fanden jedoch Hinweise auf eine selektiv prominente Darstellung eigener Suchergebnisse.

Im August des vergangenen Jahres gaben die Wissenschaftler der Universitäten von Harvard und Warwick 32 verschiedene Begriff in fünf Suchmaschinen ein und werteten die Resultate umfassend aus. Außerdem zogen sie zu ihren eigenen Daten die von ComScore und eines anderen Analyse-Unternehmens hinzu, die ihnen Details zu den Click-Raten einzelner Ergebnisse boten.

Daraus habe sich ergeben, dass 72 Prozent aller Klicks bei allen Suchmaschinen auf das erste Ergebnis fallen. Je 13 und 8 Prozent der Anwender wählen die Verweise auf Rang zwei und drei. Es bestehe also ein erhebliches Interesse daran, möglichst weit oben in der Auflistung vertreten zu sein, denn mehr Klicks bedeuten mehr Geld.

Edelman und Lockwood gestehen auch dem Phänomen der Anwender-Präferenz ihre Relevanz für die Statistik zu. Demnach klicken Nutzer vorwiegend auf die Dienste für E-Mail, Online-Karten oder Finanz-Informationen “ihrer” Suchmaschine. Dies könnte ebenfalls zu der prominenten Darstellung der jeweiligen Ergebnisse führen. In Verbindung mit den Click-Raten werde diese Hypothese jedoch teilweise widerlegt.

Anhand des Begriffs “email” und Googles Such-Dienst lasse sich dies besonders deutlich zeigen. Nur 29 Prozent der Anwender wählen das stets zuoberst angezeigte Ergebnis Googlemail während 54 Prozent aller Klicks auf den zweitgenannten Link verfallen, der zu Yahoo Mail führt. Ähnliche Beispiele gibt es auch für eine Suche mit Yahoo, nur eben umgekehrt.

Gerade im Licht der Beteuerungen Googles, eine “objektive”, “nicht manipulierte” Suche anzubieten, erscheinen die Ergebnisse brisant. Zudem könnten sie einer kartellrechtlichen Untersuchung Googles durch die Europäische Kommission neue Anhaltspunkte liefern.

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