Macht die Massenüberwachung das Internet kaputt?

Kamal Nicholas
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Googles Executive Chairman Eric Schmidt befürchtet, dass die ständige Überwachung durch NSA & Co. zum Ende des Internets in seiner jetzigen Form führen könnte.

Macht die Massenüberwachung das Internet kaputt?

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion des US-Senats mit wichtigen Presonen aus der Internetbranche, die am gestrigen Mittwoch, dem 8.10.2014 in Palo Alto/Kalifornien stattfand, erklärt Googles Chef Eric Schmidt, dass die ganzen Spionage- und Überwachungsaffären zu einem Zerbrechen des Internets führen könnten.

Grund dafür sei, dass die Welt durch NSA & Co. das Vertrauen in die USA verliere. Das Resultat: Internetdienste werden lieber auf heimischem Pflaster angesiedelt, anstatt auf Angebote der Amerikaner zurückzugreifen. Für die USA bedeutet das natürlich große wirtschaftliche Schäden; „ein echtes Problem für amerikanische IT-Unternehmen“, wie der Microsoft-Anwalt Brad Smith hinzufügt.

Ein Treffen mit Angela Merkel

Während der Diskussion berichtete Eric Schmidt zudem auch über ein vertrauliches Gespräch mit Bundeskanzelirn Angela Merkel, das im Sommer dieses Jahres stattgefunden hat. Dabei soll Frau Merkel nicht zuletzt auf ihr Leben in einem Überwachungsstaat wie der ehemaligen DDR eingegangen sein. Während des Gesprächs habe sie ihr Handy aus der Tasche geholt, so Schmidt, und gefragt, was denn jemand mit dem Telefonat zwischen ihr und ihrer Mutter anfangen könne?

Für Schmidt ein klares Zeichen dafür, dass die Überwachungsaffäre nicht nur politisch, sondern auch sehr persönlich ist. Ein Vertrauensbruch in ganz großem Maße also. Die Aufzeichnung des Live-Gespräches gibt es hier, Eric Schmidt beginnt ab Minute 21:40.

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Die Folgen eines „digitalen Schleppnetzes“

Während die NSA ihre Überwachung damit argumentiert, dass die USA durch ihr Verhalten ein sicherer Ort würde, erklärt der Veranstalter der Diskussion und amerikanischer Senator Ron Wyden, dass dies leider nicht der Fall sei. Stattdessen sei dieser Vorgang „eine klare Gefahr für die Internetwirtschaft“.

Die Kritik an der NSA und die damit verbundene Gefahr des Internetzes, wie wir es heute kennen, ist nicht neu. Bereits seit Anfang der NSA-Affären warnen Experten warnen vor den Konsequenzen, die durch das Verhalten der Geheimdienste entstehen könnten. Zu sehr wirke sich dies darauf auf, dass Nutzer auf der ganzen Welt ihr Vertrauen in amerikanische Unternehmen verlieren, da diese ihr Daten nicht vor einem Fremdzugriff durch US-Geheimdienste schützen könnten.

Eric Schmidt vs. Sigmar Gabriel

Natürlich wird das Thema Sicherheit und Privatsphäre im Netz auch weiterhin ein sehr wichtiges bleiben. So wird es sicherlich auch am 14. Oktober spannend, wenn Eric Schmidt nach Berlin kommt, um sich mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zu treffen, um im Rahmen der Veranstaltung „Wirtschaft für morgen“ über Freiheit, Innovationen und Datensouveränität im digitalen Zeitalter zu sprechen.

Die ganze Sache findet ab 19 Uhr statt und wird live übertragen. Falls auch ihr Fragen habt, könnt ihr diese via Social Media unter dem Hashtage #wirtschaftfuermorgen stellen. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Quellen: Golem, Spiegel, Bundesmisterium für Wirtschaft und Energie

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